Mutterliebe
Fällt das Wort Liebe, glauben alle zu wissen, was gemeint ist. Ja, wir kennen alle das Kribbeln im Bauch, wenn wir verliebt sind. Und wir alle kennen die Liebe zwischen Mutter und Kind. Mutterliebe ist doch das Selbstverständlichste der Welt! Doch das Bild hat sich im lauf der Jahre verändert. Früher brachten liebende Mütter ihre Kinder zu Ammen und übergaben sie in frühen Jahren anderen erwachsenen Personen zur Erziehung. Heute ist das Idealbild der Mutterliebe eine hingebungsvolle Mutter, die in einer lieblichen Natur ihr Kind stillt.
Heute weiss man, welche schädlichen Auswirkungen eine nicht genügend liebevolle, einfühlsame und verständnisvolle Mutter auf die Entwicklung des Kindes hat. Also können wir sagen, jedes Kind braucht ein Mindestmass an Liebe und Zuwendung um groß zu werden.
Die Liebe ist ein sehr störungsanfälliges Gebilde. Leider ist es nicht immer so, dass die Liebe einfach da ist, wenn ein Kind geboren wird. Manchmal müssen Bedingungen geschaffen werden, um sie zu entfalten. Mutterliebe braucht einerseits Zeit und andererseits etwas ganz entscheidendes: Auch die Mutter braucht Liebe. Liebe braucht Liebe, um sich zu reproduzieren. Die Mutter, die erwachsene Frau braucht einen erwachsenen Menschen, der sie liebt, als Mutter und als Frau.
Was gibt es Schöneres als das Liebesgeflüster zwischen zwei erwachsenen Menschen, die sich gemeinsam darüber freuen, wie das Kind wächst, sich aufgeregt mitteilen, was sie wieder an dem Kind entdeckt haben. Wie wichtig ist es, einen liebevollen Blick auf sich zu spüren. Sich wohlzufühlen und aufgehoben zu sein in der Liebe des anderen zusammen mit dem Kind.