Trotzphase

Bewerte diesen Artikel

 

Trotzphase

Ab etwa dem dritten Lebensjahr eines Kindes können für Eltern durchaus schwierige Zeiten anbrechen. Dann beginnt für das kleine Kind die «Trotzphase», eine Zeit voller emotionaler Gefühle, die sich immer wieder in extremen Wein- und Wutanfällen äussern können.

Wie kommt es zu Wutanfällen?

Wut- und Weinanfälle bei kleinen Kindern sind eigentlich nichts Aussergewöhnliches. Mitunter können diese aber so extrem ausfallen, dass Eltern sich nur noch hilflos fühlen. Sie fragen sich natürlich nach den Ursachen für diesen Wutanfall und vergessen dabei, dass ihr Kind seine Gefühle noch nicht recht steuern kann. Vor allem Kinder, die «frisch» in die so genannte Trotzphase «stolpern», haben keinerlei Kontrolle über ihre Gefühle und werden immer wieder regelrecht von ihren Emotionen überrollt. Eltern leiden natürlich unter diesen Anfällen, aber auch das Kind selbst wird durch die Anfälle sehr stark belastet. Die Trotzphase ist für beide Seiten eine anstrengende Zeit.

Wie Eltern reagieren sollten

Die Frage, die sich alle jungen Eltern stellen ist, wie man mit dieser Trotzphase umgeht und bei entsprechenden Wutanfällen angemessen reagiert. Idealerweise entstehen solche Wutanfälle erst gar nicht und auch hier können die Eltern schon vorbeugende Massnahmen ergreifen. Entscheidend ist, dass Eltern die Frustrationsschwelle ihres Kindes kennen lernen. Denn wenn sich abzeichnet, dass sich ein gewisses Potenzial an Aggressionen angesammelt hat, kann durch entsprechenden Umgang mit dem Kind ein Ausbruch der Wut durchaus unterbunden werden. Keinesfalls jedoch sollte um jeden Preis vermieden werden, dass es je zu einem Wutausbruch kommt, etwa durch die Erfüllung wirklich jeden Wunsches des Kindes. Denn obwohl die Wutausbrüche unangenehm sind, so tragen sie doch wesentlich zur Ausprägung des sozialen Verhaltens des Kindes bei.

Elten können Kindern durch die Trotzphase helfen

Angemessene Hilfe durch die Eltern ist beispielsweise das gezielte Einbringen von Ruhephasen, wenn sich scheinbar ein drohender Wutanfall abzeichnet. Eltern sollten dann ihr Kind animieren, die aktuelle Tätigkeit eine Zeit lang ruhen zu lassen, die Aggressionen können sich dann wieder abbauen. Vielleicht lässt sich das Kind auch durch eine Alternative, etwa durch ein interessantes Buch oder durch ein Spiel, vom aktuellen Geschehen ablenken. Kommt es dennoch zum Wutanfall, sollten Eltern gesonnen reagieren, ihrem Kind jedoch unmissverständlich klar machen, dass ein solches Verhalten unakzeptabel ist. Das Kind muss spüren, dass ein Wutausbruch zu gar nichts führt, um so angemessene Verhaltensregeln zu lernen. Nur wenn Eltern konsequent den Wutanfällen nicht nachgeben, lernt das Kind, seine Wünsche zu reduzieren und mit Kompromissen zu leben.

Das sollten Eltern keinesfalls tun

Viele Eltern sind geneigt, einen Wutanfall ihres Kindes zu bestrafen oder ihn kurzerhand «abzustellen», indem ein Wunsch des Kindes erfüllt wird. Beide Massnahmen werden die Situation nicht verbessern. Wutanfälle sind ein völlig normaler Teil der kindlichen Entwicklung und sollten für das Kind offensichtlich ignoriert werden. Völlig egal darf den Eltern ein Wutausbruch freilich nicht sein. Vielmehr sollten sie in ruhigen Momenten mit dem Kind reden und versuchen die Ursachen für die Wutanfälle zu finden.

Fazit

Wutanfälle gehören in die Trotzphase und sind völlig normal. Eltern sollten sich dadurch keinesfalls aus der Bahn werfen lassen. Natürlich sind solche Anfälle unangenehm, insbesondere wenn Kinder in der Öffentlichkeit – beispielsweise an der Supermarktkasse – ihre Anfälle bekommen. Aber immer gilt: Ruhe bewahren. Jeder Wutanfall vergeht von allein, so wie er gekommen ist. Solche Anfälle hat jedes Kind früher oder später, daher braucht sich auch keine Mutter und kein Vater in der Öffentlichkeit für die Ausbrüche ihrer Kinder schämen.
 
Text: Daniel D. Eppe

Literaturempfehlung:

Auch kleine Kinder haben großen Kummer. Über Tränen, Wut und andere starke Gefühle. von Aletha J. Solter