Zweisprachige Erziehung – gut oder schlecht für Kinder?

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Zweisprachige Erziehung – gut oder schlecht für Kinder?

Immer wieder trifft man auf Menschen, die zwei oder mehr Fremdsprachen fliessend beherrschen. Oftmals sind diese Personen schon in ihrer Kindheit mit Fremdsprachen in Kontakt gekommen oder gar zweisprachig aufgewachsen. Sie beherrschen dann beide Sprachen wie im Schlaf, weil sie beide wie ihre Muttersprache gelernt haben. Doch es werden immer wieder Stimmen laut, die darauf hinweisen, dass damit auch Probleme verbunden sein können.

Probleme bei der zweisprachigen Erziehung

Werden Kinder in ihrer Entwicklung zwei Sprachen ausgesetzt, kann es dazu kommen, dass sie, obwohl sie in der einen Sprache angesprochen werden, in der anderen antworten. Manchmal geschieht dies auch bewusst.

Zudem äussern Erwachsene, die zweisprachig aufgewachsen sind, sie hätten Probleme mit ihrer Identität. Es konnte allerdings noch keine direkte Verbindung zwischen diesem Problem und der zweisprachigen Erziehung nachgewiesen werden.

Methoden der zweisprachigen Erziehung

Kinder lernen Sprache vor allem durch Nachahmung. Dabei stehen dem Kind durch soziale Kontakte normalerweise ausreichend Beispiele der Umgebungssprache zur Verfügung. Bei der zweiten Sprache, die nicht in der sozialen Umwelt gesprochen wird, hängt der Lernerfolg vom Verhalten der Eltern ab. Wird in der häuslichen Umgebung konsequent eine Sprache benutzt, ist die Chance sehr hoch, dass das Kind diese erfolgreich erlernen wird. Werden jedoch häufig Ausnahmen gemacht, wird der Lernerfolg in der Regel ausbleiben.

Mehrsprachigkeit im Bildungssystem

Das grösste Problem für eine zweisprachige Entwicklung scheint in der Tat ein auf Einsprachigkeit ausgerichtetes Bildungssystem zu sein. Bis auf wenige Ausnahmen konzentriert sich das Bildungssystem im deutschsprachigen Raum auf die Vermittlung und Pflege der deutschen Sprache und solchen Sprachen, die ein gewisses Prestige geniessen, zum Beispiel Englisch oder Französisch. Das führt oft dazu, dass die bis dahin erfolgreich benutzte zweite Sprache immer mehr verdrängt wird und schliesslich gänzlich ungenutzt bleibt. Nicht zuletzt kann immer wieder festgestellt werden, dass das Lehrpersonal nicht dafür ausgebildet ist, auf Zweisprachigkeit einzugehen und damit umzugehen.

Darauf sollte die Bildungspolitik achten

Aus dem vorher Gesagten lassen sich bestimmte Konsequenzen für die Bildungspolitik ableiten. So müsste darauf geachtet werden, dass in Schule und Kindergarten den Kindern zweisprachige Angebote unterbreitet werden. Das ginge relativ leicht über Lieder, Gedichte und Geschichten. Davon würden auch die anderen Kinder profitieren. Wichtig wäre auch eine Ausweitung der pädagogisch-fachlichen Ausbildung hinsichtlich eines professionellen Umgangs mit Zweisprachigkeit.

Fazit

Betrachtet man sich das gesamte Thema, so scheint einiges gegen ein zweisprachiges Aufwachsen zu sprechen. Die Vorteile und Möglichkeiten überwiegen jedoch, so dass der Versuch ruhig gewagt werden kann.

Text: Daniel D. Eppe