
Wenn es um die Ausgangszeiten geht dürften Sprüche wie: «Alle anderen Eltern sind grosszügiger…», «Ihr vertraut mir nicht…» oder «Ich bin doch kein kleines Kind mehr…» wohl allen Eltern bekannt sein, die Jugendliche grossziehen oder gross gezogen haben. Nicht selten sorgen solche Ansagen für Dauerstreit in den Familien. Nicht in jedem Land sind Ausgangszeiten durch das Jugenschutzgesetz geregelt, würden aber von den Eltern oftmals begrüsst werden. Da auch in der Schweiz Ausgangszeiten gesetzlich nicht geregelt sind, kommen Eltern wohl nicht um eine einvernehmliche Absprache mit den Jugendlichen herum. Die Frage ist nur: Wie stelle ich das an?
Rauchen und Alkohol, Drogen, falsche Freunde, ungeschützter Sex oder anderes grenzüberschreitendes Verhalten – das ist oftmals das Bild, das Eltern von Jugendlichen-Partys haben und oftmals nicht zu unrecht. Der jugendliche Entdeckerdrang verleitet gerade junge Menschen, alles Mögliche auszuprobieren. Hier sind die Eltern gefragt. Einerseits müssen sie ihre eigenen Ängste und Sorgen überwinden andererseits das intensive Gespräch mit dem Jugendlichen suchen. Wenn Eltern ehrlich über ihre Besorgnis sprechen und ihr Kind aufklären, was bei übermässigem Alkohol- oder Drogenkonsum oder ungeschütztem Geschlechtsverkehr alles passieren kann, bewirkt das wesentlich mehr als ewige Machtkämpfe!
Es ist oftmals schwierig, einen genauen Zeitpunkt zu bestimmen, wann der Teenie zu Hause sein soll. Die Ausgangszeiten sollten auf die Persönlichkeit des Kindes abgestimmt sein. Für schulpflichtige Jugendliche sollte der Ausgang wochentags eine Ausnahme bleiben. Wichtig bei der Regelung der Ausgangszeiten ist die Zuverlässigkeit des Jugendlichen. Je genauer er oder sie Regeln einhält, desto grösser das Vertrauen und die Freiheiten, die ihm oder ihr eingeräumt werden können.
Werden vereinbarte Ausgangszeiten sowie das Alkohol- oder Drogenverbot nicht eingehalten, sollten Konsequenzen daraus unbedingt vorher bekannt sein und aber auch durchgezogen werden. Für viele Eltern ist es auch sehr hilfreich, wenn sie wissen, mit wem ihre Kinder unterwegs sind und ihnen die Freunde persönlich auch bekannt sind. Es sollte auch geklärt werden, wie das Kind wieder nach Hause kommt und eventuell vereinbaren, es selbst abzuholen oder ein Taxi zu organisieren. Doch bei aller Konsequenz sollte man bedenken, dass man selbst auch mal jung war und sich vielleicht über das wohlverdiente Vertrauen der vielleicht zu strengen Eltern auch gefreut hätte.
Das Jugendlichenalter ist an sich eine sehr schöne und grösstenteils noch ziemlich unbeschwerte Zeit, kann aber für Eltern und Kinder oftmals auch ganz schön anstrengend werden. Gerade wenn es darum geht, gewisse Regeln und Richtlinien für den Jugendlichen aufzustellen. Regeln einzuhalten und ernst zu nehmen, lernen Kinder und Teenager nicht von heute auf morgen. Auch wenn es sich um die Ausgangszeiten geht, brauchen Eltern oftmals viel Geduld, um ihren Kindern beizubringen, was gut für sie ist. Geduld, die sich letztendlich lohnen wird.
Text: Tina Voss
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