
Enge, kurze Röcke, hautenge, tiefausgeschnittene T-Shirts und dick aufgetragenes Make-up im Gesicht. Genauso präsentieren sich heutzutage oftmals sehr zum Bedenken der Eltern, junge Mädchen. Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein. Zum einen ist Tatsache, dass sich junge Menschen heute rascher entwickeln, als das vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Die Pubertät setzt bei Mädchen oftmals schon im 9. oder 10. Lebensjahr ein und somit beginnt für die jungen Menschen schon sehr früh eine biologische und soziale Veränderung. Dazu kommt der Gruppenzwang, der nicht zu unterschätzen ist. Das Styling der Freundinnen oder das der Mädchen der Clique wird oft 1:1 kopiert. Oft wird zu wenig Selbstwertgefühl einfach «überschminkt». Hinzu kommt auch noch die stark beeinflussende Medienwelt. Casting-Shows, Daily-Soaps, Zeitschriften und Werbung vermitteln ein bestimmtes Bild von Schönheit. Obwohl dabei nicht alles echt ist versuchen Mädchen wie diverse Models auszusehen und nehmen dafür sehr viel in Kauf.
Äussern sich die ersten Schminkwünsche bei der Tochter, sind Eltern oftmals völlig überfordert, ob man nun etwas dagegen unternehmen oder den Dingen einfach ihren Lauf lassen soll. Vielleicht spielte das Töchterchen eben noch mit Puppen und lief mit Zöpfen herum und von heute auf morgen wird das Kind plötzlich erwachsen. Dieser Wandel ist oftmals für die Eltern schwer zu ertragen, aber doch nicht aufzuhalten. Doch eines ist klar: Verbote, wenn es ums Styling oder um das Schminken geht, können oftmals als Schuss nach hinten losgehen. Es kommt nicht selten vor, dass Mädchen sich dann im Geheimen schminken. Die Strafe, die ihr durch die Eltern droht nehmen sie vielleicht noch eher im Kauf, als von der Clique in der Schule deswegen als Aussenseiter zu gelten.
Grundsätzlich lässt sich schwer ein Alter bestimmen, ab wann sich ein Mädchen schminken kann. Sieht jedoch ein Mädchen mit 13 noch extrem kindlich aus, ist Make-up sicher unangebracht, weil es einfach nicht zum Typ passt. Bevor Sie es Ihrer Tochter jedoch wahllos oder pauschal verbieten, sich zu schminken, sollten Sie eher bemüht sein mit ihr darüber zu sprechen. Wenn Ihre Tochter anfängt, sich für das Schminken zu interessieren, kann man versuchen, Kompromisse einzugehen. Ab dem 12 oder 13 Jahren kann es nicht so schlimm sein sein, wenn man etwas Wimperntusche oder Kajal aufträgt. Auch ein dezentes Lipgloss kann nett aussehen.
Damit das Kind jedoch nicht wie ein Clown herumläuft, sollte man ihm zeigen, wie man mit Wimperntusche, Kajal oder Lipgloss umzugehen hat. Das Motto lautet: «Weniger ist mehr». Man sollte im Gespräch mit der Tochter grundsätzlich darauf hinweisen, wie sehr das Äussere auf andere wirken kann. Dass das Äussere, also Kleidung, Haare und Make-up eine gewisse Botschaft über das Selbst verrät und diese Botschaft missverstanden werden kann. Es sollte auch immer betont werden, dass nicht nur Äusseres einen Menschen auszeichnet, sondern vor allem innere Werte.
Text: Tina Voss