Gebärmutterhalskrebs: Ist die HPV-Impfung sinnvoll?

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Gebärmutterhalskrebs: Ist die HPV-Impfung sinnvoll?

Die umstrittene HPV-Impfung, die vor Gebärmutterhalskrebs schützen soll, löst in Expertenkreisen immer wieder Diskussionen aus. Da der Erfolg nicht unbedingt eindeutig ist, bleibt die Frage, wie sinnvoll die Impfung eigentlich ist.

HPV als Auslöser für Gebärmutterhalskrebs

Dr. Harald zur Hausen, ehemaliger Leiter des Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, erkannte den Humane Papillomavirus (HPV) und dass dieser der Auslöser für Gebärmutterhalskrebs sein kann. Aus dieser Erkenntnis konnte schliesslich ein entsprechender Impfstoff entwickelt werden. Schon 2006 kam der Impfstoff erstmals auf den Markt und gehört heute zu den Standardimpfungen bei Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. Was jedoch zunächst wie eine medizinische Revolution aussah, wird immer wieder Stoff von Diskussionen. Wie gross ist der Nutzen der HPV-Impfung nun wirklich?

Wirkung des Impfstoffes nicht hinreichend belegt

Eltern und Teenager sind gleichermassen verunsichert, wenn es um die HPV-Impfung geht. Wissenschaftler können nicht genau sagen, wie stark das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, durch die Impfung herabgesetzt wird. Studien beweisen bislang nur eine Reduktion der Krebsvorstufen von gerade einmal 17 Prozent. Auch gibt es noch keine aussagekräftigen Daten darüber, wie der Wirkstoff auf die 12- bis 14-jährigen Mädchen wirkt, die nun bevorzugt geimpft werden.

Rund 70 Prozent aller Frauen stecken sich mit HPV an

Bewiesen ist indes, dass die HPV-Impfung konkret gegen die Viren 16 und 18 schützt. Beide Virustypen gelten in der Medizin als Krebs erregend. Aus diesem Grund sehen Befürworter der HPV-Impfung diese als durchaus nützlich an. Schliesslich sei hier das erste Mal eine Präventivmassnahme gegen Gebärmutterhalskrebs überhaupt möglich. Nützlich kann eine solche Impfung allemal sein, denn mit den betreffenden HP-Viren stecken sich rund 70 Prozent aller Frauen im Laufe ihres Lebens beim Geschlechtsverkehr mindestens einmal an. Im überwiegenden Teil aller Fälle verheilt eine derartige Infektion jedoch ohne weitere Folgen für die betroffenen Frauen. Rein rechnerisch ermitteln Befürworter nun, dass sich durch eine frühzeitige Impfung und dem damit eintretenden Schutz vor den gefürchteten HP-Viren die Gefahr eines Gebärmutterhalskrebs um bis zu 70 Prozent reduzieren lässt.

Ergebnisse erst in vielen Jahren feststellbar

Durch die HPV-Impfung lassen sich zwar Infektionen durch HP-Viren eindämmen, allerdings entsteht Gebärmutterhalskrebs über einen Zeitraum von vielen Jahren oder sogar Jahrzehnten. Da die Impfung erst wenige Jahre durchgeführt werden kann, können noch bis zu 20 Jahre ins Land gehen, bis wirklich erste und aussagekräfte Ergebnisse zum Erfolg des Wirkstoffes vorliegen. Obwohl man keine genauen Erkenntnisse hat, empfehlen Befürworter die Impfung dringend. Grundsätzlich sei sie als bisher nicht da gewesene Chance zu verstehen, etwas gegen den gefürchteten Gebärmutterhalskrebs zu unternehmen. Schlimmstenfalls bleibe die präventive Wirkung schlichtweg aus.

HPV-Impfung vor dem «Ersten Mal»

Die Impfung sollte in jedem Fall vor dem ersten Geschlechtsverkehr einer jungen Frau durchgeführt werden. Zu diesem Zeitpunkt ist sie vor allen in Zukunft auftauchenden möglichen Infektionen bestmöglich geschützt. Die Impfung selbst gilt als besonders nebenwirkungsarm. Zwar gab es in der Vergangenheit zwei Todesfälle, die in Verbindung mit dem Impfstoff stehen sollen, ein Beweis dafür konnte bislang jedoch nicht herbeigeführt werden. Teenager, die die Impfung erhalten haben, müssen sich dennoch regelmässig entsprechenden Kontrolluntersuchungen unterziehen. Nur so können frühzeitig Veränderungen erkannt werden, die durch andere HP-Viren verursacht worden sind, auf die die Impfung keinen Einfluss nimmt.

Fazit

Die tatsächliche Wirkung der Impfung konnte nach wie vor nicht ausreichend bewiesen werden. Da sie aber theoretische einen bisher nicht da gewesenen Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs bieten kann, sollten junge Mädchen oder Teenager möglichst nicht auf die HPV-Impfung verzichten. Da die Nebenwirkungen ausgesprochen gering sind, ist mit keinen weiteren Komplikationen zu rechnen. Ein Garant zur Krebsverhinderung ist die Impfung nicht, aber ein guter Schritt, der sich möglicherweise in einigen Jahren als sehr nützlich erweisen könnte.
 
Text: Daniel D. Eppe