Geringes Selbstwertgefühl bei Jungs

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Geringes Selbstwertgefühl bei Jungs

«Ich bin zu klein, mir wächst kein Bart, ich habe ein grausiges Pickelgesicht» – all das sind Probleme, mit denen sich Jungs im pubertierenden Alter abzukämpfen haben. Ihr Selbstwertgefühl liegt oftmals am Boden, die hormonellen Umstellungen im Körper geben ihnen zudem noch den emotionalen Rest. Doch wie kann man seinem Sohn in diesen schwierigen Zeiten beiseite stehen? Kann man es denn überhaupt? Ja, man kann!

Pubertät: Unterschiedliche Beginnzeiten

Die Pubertät beginnt bei manchen Jungs bereits im 11. Lebensjahr und ist bei vielen etwa mit 14 bereits vollendet. Bei anderen wiederum beginnt die Pubertät erst mit 16 und endet oft erst mit 18. Der Eintritt der Pubertät hat nicht nur mit der Genetik jedes einzelnen, sondern oft auch mit dessen Umfeld zu tun. Schlechte Ernährung, ständige Familienzwistigkeiten oder gar Missbrauch können ebenso die Entwicklung und somit den Pubertätseintritt verzögern. Kein Wunder, wenn sich da manch 16-jähriger – oft zu unrecht und viel zu früh – wegen zu kleinem Grössenwachstum oder spärlichem Bartwuchs sorgt.

Die Probleme der Jungs

Oft – aber nicht immer – steckt ein Mädchen dahinter, das dem Jungen gefällt. Beim Überprüfen seiner Chancen fallen ihm die fehlenden Barthaare, die ihn ein wenig männlicher aussehen lassen würden oder die – im Vergleich zu Schulkollegen und Freunden – kleinere Körpergrösse auf. Die Pickel im Gesicht werden die Angebetete auch nicht gerade vor Entzücken umwerfen. Frust macht sich breit und Selbstzweifel. Manche versuchen diese emotionale Belastung mit Zigaretten, Alkohol oder sogar Drogen zu kompensieren bzw. rauchen und trinken vor allem auch, um damit auch zu zeigen, dass sie – auch ohne Bart und Mannesgrösse – bereits erwachsen sind. Ein grosses Problem, das Eltern – wenn sie es erkennen – meist im Vorfeld abfedern können.

Wie können Eltern helfen?

Kommt der Jugendliche mit seinen körperlichen Problemen an, die seinen Selbstwert so arg knicken, dass er sich überwindet, mit dem Vater oder der Mutter darüber zu sprechen, dann ist der Leidensdruck wohl meist schon sehr gross. Hier ist absolutes Feingefühl gefragt. Den Jungen wegen seiner – aus elterlicher Sicht manchmal lächerlich scheinenden – Probleme auszulachen, wäre das Falscheste, das man in dieser Situation tun kann. Hingegen sollte man versuchen, seinen Sohn mit wissenschaftlichen Fakten zu Pubertät und Wachstum und Vergleichen aus der eigenen Jugend zu beruhigen.

Selbstwertgefühl auch ohne Bart

Väter von Spätzündern waren es zumeist auch selbst, sodass sie ihren Sohn mit den Erfahrungen aus der eigenen Jugend beruhigen können. Sollte sich auch später wirklich nur spärlicher Bartwuchs einstellen, so kann man auf die vielen Vorteile der Barthaarlosigkeit verweisen. Auch das Grössenwachstum kann sich noch entwickeln, schliesslich ist es bei vielen Jungs erst mit 21 Jahren wirklich abgeschlossen. Sich mit 15 oder 16 schon Sorgen zu machen, wäre da wirklich noch zu früh. Der Psychologie zufolge sind übrigens vor allem auch die väterlichen Vorbilder wichtig für das Selbstwertgefühl der Jungs.

Fazit

Die Pubertät ist eine schwierige Zeit für die Jugendlichen. Dass gerade in dieser Zeit der körperlichen Veränderungen und hormonellen Umstellungen das Selbstwertgefühl immens leidet, ist daher kein Wunder. Eltern können hier mit viel Verständnis und passenden Erzählungen aus der eigenen Jugend helfen, das Selbstbild des zweifelnden Sprösslings zu stärken und Zuversicht zu schöpfen.
 
Text: Manou Rade