Gruppenzwang bei Jugendlichen – wie Eltern helfen können

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Gruppenzwang bei Jugendlichen – wie Eltern helfen können

Das Bedürfnis, von den Mitmenschen akzeptiert und geliebt zu werden, ist bei vielen sehr stark ausgeprägt, vor allem aber bei jungen Menschen. Und genau da setzt der Gruppenzwang an. Plötzlich wird rauchen und Alkohol trinken «cool», nur noch die modernsten Klamotten sind «in», usw. Eigentlich will man vielleicht gar nicht rauchen oder Drogen konsumieren, doch der Wunsch, akzeptiert zu werden, ist so stark, dass man alles in Kauf nimmt. Ein Teufelskreis, der nicht nur für Jugendliche gefährlich werden kann, sondern auch Eltern oft grosse Sorgen bereitet.

Gruppenzwang äussert sich nicht immer nur in Taten

Gruppenzwang äussert sich nicht nur in Taten, sondern zeigt sich oftmals schon in gemeinsamen Gesprächen mit Freunden in der Gruppe. Während andere Freunde vielleicht klar ihren Standpunkt und ihre Meinung vertreten, haben andere ein grosses Problem damit, ihre eigene Meinung durch zu setzen. Aus Angst, die Sympathie der Gruppe zu verlieren, hält man lieber den Mund und lässt sich die Meinung anderer auf diktieren. Die Meinungen von Freunden oder vom Umfeld werden als die eigenen angenommen und auch die Entscheidungen richten sich nach denen der anderen. Bei vielen setzt sich dieser Umstand leider bis ins Erwachsenenalter fort. Leidet jemand sein ganzes Leben lang unter dem Gefühl des Gruppenzwangs, lässt sich das oftmals auch auf ein zu geringes Selbstwertgefühl zurückführen.

Wie Gruppenzwang entsteht und warum er nicht ungefährlich ist

Das Jugendalter sorgt oftmals dafür, dass man sich von seinen Eltern immer mehr entfernt und nach Kontakten oder Freunden sucht, bei denen man sich verstanden fühlt. Sich innerhalb eines Freundeskreises oder einer Clique gut aufgehoben zu fühlen, ist an sich etwas sehr Schönes. Man taucht in eine Welt «Gleichgesinnter» ein und sammelt gemeinsam so manche Lebenserfahrung. Innerhalb einer Clique oder Gruppe ist es völlig normal, sich gegenseitig anzupassen und gehört zu einem gut funktionierenden Freundeskreis dazu und ist völlig harmlos. Problematisch wird es nur dann, wenn die Clique Dinge von einem verlangt, die auf Kosten der eigenen Gesundheit gehen, wie z.B. Drogen zu nehmen, zu rauchen oder Alkohol zu trinken. Da man die Anerkennung der Gruppe geniessen möchte, bleibt es meistens nicht beim einmaligen Drogen- oder Alkoholkonsum. Um dazu zu gehören zählt oft: Je mehr, umso besser. Eine Suchtkarriere ist meistens vorprogrammiert.

Die Hilfe der Eltern ist gefragt

Kinder und Jugendliche suchen gerade im schwierigen Pubertätsalter nach Anerkennung. Nach Anerkennung, die ihnen von den Eltern oftmals verwehrt bleibt. Durch besondere Mutproben erhalten sie zumindest Anerkennung bei Gleichaltrigen. Die Ausrede vieler Eltern, dass das Kind einfach eine schwierige Phase durchmacht und dass das schon wieder von allein vergehen wird, stimmt so einfach nicht. Wichtig ist, dass die verantwortlichen Eltern auf die Kinder zugehen und darüber aufklären, was für Konsequenzen bestimmte Suchtverhalten haben. Jugendliche müssen lernen, dass der Griff zu Drogen oder Alkohol keine Probleme löst. Das eigene gute Vorbild ist in dieser Hinsicht auch sehr wichtig. Beruhigend für Eltern ist es auch oft, den Freundeskreis oder die Clique persönlich kennen zu lernen. Wieso nicht einmal die ganze Bande zu sich nach Hause einladen? Dann hat man als Elternteil die Möglichkeit einzugreifen, wenn man das Gefühl hat, dass das Verhalten der Clique ausser Kontrolle gerät.

Fazit

Freunde und deren Anerkennung sind für Kinder und Jugendliche im heranwachsenden Alter besonders wichtig. Lernt man es, bei Verhalten oder Aktivitäten, die in der Gruppe gerade «in» aber nicht ganz in Ordnung sind, «nein!» zu sagen, erspart man sich oft so manches Leid oder Problem.
 
Text: Tina Voss