

Der Wandel eines Menschen vom Kind zum Erwachsenen stellt nicht nur den Betroffenen selbst sondern auch die gesamte Familie immer wieder vor neue Herausforderungen. Hat der Nachwuchs vor gar nicht allzu langer Zeit noch mit Puppen oder Lego gespielt, so steht nun plötzlich der erste Freund/die erste Freundin vor der Tür. Keine einfache Situation für die lieben Eltern. Steht dann plötzlich die Frage im Raum, ob der/die Bekannte mit im «Kinderzimmer» nächtigen darf, drängt sich oft Panik auf.
Die meisten Eltern verbinden mit dem Wort «übernachten» gleichzeitig Sex. Alleine die Vorstellung, dass die eigene Tochter/der eigene Sohn, die/der ja soeben erst den Kinderschuhen entwachsen ist, bereits erste sexuelle Erfahrungen sammeln möchte, ist für viele Eltern schier unerträglich. Eine Erleichterung für alle Beteiligten wäre es, dem ersten Freund/der ersten Freundin des Kindes offen gegenüberzutreten und ihm/ihr das Gefühl zu geben, in der Familie willkommen zu sein.
Auch wenn es am Anfang schwer fällt: Versuchen Sie, den Freund/der Freundin Ihres Kindes offen gegenüberzutreten und vermeiden Sie, den neuen Gast auszufragen. Indiskrete Fragen sollten unterlassen werden und auch das Zimmer des Nachwuchses unter einem Vorwand «ganz zufällig» zu betreten, ist nicht die feine, vertrauensvolle Art. Auch wenn Ihnen der Partner/die Partnerin Ihres Kindes nicht unbedingt zusagt, bleiben Sie höflich und versuchen Sie, die Gefühle des Kindes nicht zu verletzen. Können Sie so gar keine Begeisterung für den neuen Freund/die Freundin aufbringen, halten Sie sich vor Augen, dass die erste Beziehung in den seltensten Fällen auch die letzte ist.
Text: Sabine Trach