Schwangerschaft: Wenn Teenager Mutter werdenlesenswert!

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Schwangerschaft: Wenn Teenager Mutter werden

Wenn minderjährige Frauen und Mädchen schwanger werden, so stellt dies das Leben dieser jungen Frauen regelrecht auf den Kopf.

Verhütung wird oft nicht ernst genug genommen

Natürlich ist der Begriff «Verhütung» bei Teenagern kein Fremdwort. Allerdings wird die Verhütung in der Praxis oft nicht ernst genug genommen. Ausgerüstet mit dem Basiswissen aus der Schule und einigen «Tipps» vom Schulhof bleibt das Thema der Schwangerschaftsverhütung dann oft auf der Strecke.
 
Gerade bei diesem heiklen Thema sollten sich auch die Eltern der Teenager einbringen und die Aufklärung nicht nur Schule und Freunden überlassen. Vor allem da es nicht nur um Schwangerschaft geht, sondern auch um Geschlechtskrankheiten. Sie sollten ihren Kindern schon früh nahe bringen, wie wichtig Verhütung ist. Den besten Erfolg haben Eltern, wenn sie bei dieser Aufgabe locker, aber dennoch bestimmend vorgehen. Die Folgen von ungewollten Schwangerschaften im jugendlichen Alter oder die Risiken, sich mit Geschlechtskrankheiten oder gar HIV anzustecken, sollten in Ruhe erörtert werden.

Was eine Teenager-Schwangerschaft alles verändert

Kommt es zu einer Schwangerschaft im Teenageralter, dann wird sich das Leben der jungen Mutter radikal ändern. Anders, als bei einer geplanten Schwangerschaft, bei der bereits im Vorfeld das Kind im Alltag eingeplant wird, entsteht hier eine völlig neue, ungeplange Lebenssituation. Dies betrifft natürlich nicht nur die werdende Mutter, sondern auch das nächste Umfeld.
 
Die Vaterschaft muss geklärt und anerkannt werden: Vor allem junge Väter fühlen sich oft überfordert, der Situation noch nicht gewachsen und lassen die Mütter alleine. Dabei tragen sie genau so viel Verantwortung und sind neben der Mutter die wichtigste Bezugsperson für das Kind.
 
Der Teenager besitzt kein Sorgerecht: Sofern die werdene Mutter noch nicht 18 Jahre alt ist, muss für ihr Kind ein Vormund bestimmt werden. Dieser trägt die Verantwortung, dass das Kind seinen Bedürfnissen entsprechend versorgt ist.
 
Die finanzielle Situation verändert sich: Eine minderjährige Mutter ist auf finanzielle Hilfe von aussen angewiesen. Die Existenz von Mutter und Kind muss gesichert werden – ob nun durch Unterhaltszahlungen vom Vater des Kindes (bei dessen Unmündigkeit von seinen Eltern), durch die Unterstützung von den eigenen Eltern oder durch den Staat.

Wie Eltern unterstützen sollten

Die Eltern der Teenager sind nun gefragt. Statt Vorwürfe oder persönliche Distanz sollte aktive Unterstützung bei den nun auftauchenden Problemen im Alltag selbstverständlich sein. Auch wenn es manchmal schwerfallen mag, Eltern sollten verständnisvoll auf den nun anstehenden Nachwuchs reagieren. Für den Teenager ist die Schwangerschaft oft selbst ein Schock und schliesslich handelt es sich doch um das Enkelkind. Während der Schwangerschaft und nach der Geburt braucht die junge Mutter daher auf jeden Fall die Aufmerksamkeit und Unterstützung ihrer Eltern.
 
Natürlich darf die junge Mutter nicht zu Gunsten ihrer persönlichen Interessen die Verantwortung von Pflege und Erziehung abgeben. Im Idealfall helfen die Eltern ihr dabei, selbständig zu werden und ihr Leben in den Griff zu bekommen. Dennoch ist es durchaus legitim, wenn die frischgebackenen Grosseltern zeitweise die Kinderpflege übernehmen, beispielsweise, damit die junge Mutter ihren Schulabschluss erreichen oder die begonnene Ausbildung beenden kann.

Was wird aus Schule oder Beruf?

Natürlich lässt sich der Alltag an der Schule oder im Beruf nicht ohne Weiteres aufrecht erhalten. Spätestens zum Ende der Schwangerschaft und einige Zeit nach der Geburt braucht die junge Mutter eine «Auszeit», in der sie sich um ihr Kind kümmern kann. Sofern es jedoch möglich ist, sollte sie Schule oder Beruf schnellstmöglich wieder aufgreifen, um die Voraussetzungen für ein eigenes und selbstständiges Leben zu schaffen. Besonders hilfreich ist natürlich die zuverlässige Unterstützung durch die Eltern und den Vater des Kindes. Bekommt die Mutter von dieser Seite dauerhafte Unterstützung, so ist sie in der Lage, früher oder später völlig selbstständig für ihr Kind zu sorgen.

Fazit

Wenn ein Teenager heute schwanger wird, bahnen sich glücklicherweise nicht mehr derart viele Probleme an, wie noch vor einigen Jahren. Dennoch sollte sich jeder Teenager im Klaren darüber sein, dass eine Schwangerschaft das bisher geplante Leben völlig auf den Kopf stellt. Das Thema Aufklärung und Verhütung sollte daher in jedem Fall gross geschrieben werden, denn eine geplante Schwangerschaft zu einem späteren Zeitpunkt wird deutlich weniger Probleme mit sich bringen.
 
Text: Daniel D. Eppe