
Viele Eltern fürchten das Gequengel im Stil von: «Ich kann nicht mehr! Meine Füsse tun weh! Können wir endlich umkehren?! Alle anderen müssen nicht wandern!» Und das oft noch vor dem ersten Schritt. Es gilt also, die Sprösslinge bereits zu begeistern, bevor es losgeht. Darum sollten alle Familienmitglieder in die Vorbereitungen mit einbezogen werden. Kinder lassen sich erfahrungsgemäss sehr gut mit besonders schönen Zielen ködern – ob Erlebnisweg, Abenteuerspielplatz, Forsthaus mit Streichelzoo oder Badesee - das hängt ganz von den Vorlieben und Gegebenheiten ab. Das Markieren des Wanderweges auf der Karte sowie das gemeinsame Festhalten von Pausenstationen sorgt für mehr Übersicht und beweist, dass man nicht nur unendlich lang durch die Gegend laufen muss. Wenn sich dann jeder noch seine Lieblingssnacks einpacken darf, scheint Wandern gar nicht mehr so uncool.
Es sollte klar sein, dass aus grundlosem Genörgel die Wanderung keinesfalls abgebrochen wird. Damit es gar nicht erst zu Langeweile kommt kann man die Wanderung in Etappen einteilen und diese unter ein lustiges Motto stellen. Bis zur ersten Pause halten beispielsweise alle nach Tieren/Wolken/Steinen/Pflanzen Ausschau, bis zur zweiten werden alberne Lieder gesungen oder es wird einfach nur gequatscht, bis zur dritten zählt einfach jeder mal seine Schritte (versuchsweise).
Vorschulkinder sollten nicht länger als eine Stunde wandern müssen, bei Grösseren kann es auch länger dauern. Natürlich ist mit Kindern ein präziser Zeitplan nicht einzuhalten. Pausen sollten nach Bedarf und nicht nach der Uhr gemacht werden. Auch das Tempo darf variieren, wobei stets der Langsamste massgeblich ist – denn wer immer nur den anderen hinterher hetzt, verliert schnell den Spass an der Sache. Kinder sollen sich nicht verloren oder «mitgeschleppt» fühlen, sondern immer die Sicherheit und Aufmerksamkeit der Eltern spüren. Besonders wichtig für Kinder ist es, dass sie beim Wandern ihren Bedürfnissen nachgehen können: Ausblicke geniessen, Spiel- und Entdeckungspausen machen, Funde einsammeln und mitnehmen.
TIPP: Route planen und ausdrucken auf www.wanderland.ch
Text: Claudia Eichhorn