
Ob gemütliche Almwanderungen oder anstrengendes Gipfelkreuzerstürmen über Klettersteige und Drahtseilsicherungen, es besteht für jede Kondition die Möglichkeit der lustvollen Bewegung in freier, unberührter Natur. Wem das Klettern in Gebirgsfelsen noch zuwenig Nervenkitzel bereitet, wird beim Wildwasser-Rafting, Canyoning oder Paragleiten mit einem Adrenalinkick belohnt. Es werden in der Region zudem Paragleiterschnupperkurse und Tandemflüge angeboten und an einer Kajak-Sportschule in der Region lernt man innerhalb von 5 Tagen den Umgang mit dem Kajak.
Möchte man es einmal ruhiger, bietet eine Minigolfwanderung im idyllischen Vorderstoder, einem auf 810 Meter Seehöhe liegenden Dorf mit Blick auf die wunderschönen Gebirgsketten der Kalkalpen, den ultimativen Ausgleich. Zudem erlebt man auf einer Mountainbike-Tour durchs Stodertal die reizvollen Ortschaften, kristallklaren Bäche, Wälder und blühenden Wiesen aus nächster Nähe. Für Golfer liegt übrigens die Golfanlage Edlbach nicht weit, für Pferdebegeisterte wiederum bietet ein Reitverein in Windischgarsten Freizeit- und Wanderreiten, aber auch Kutschenfahrten und Ponyreiten an.
Die Pyhrn Priel-Region bietet auch den kleinen Urlaubern allerhand an Überraschungen. Der Wildpark Enghagen in etwa beherbergt über 400 Tiere auf sehr weitläufigem Gelände. Mit einem Bummelzug kann sich die ganze Familie durch den Wildpark fahren lassen, die Kleinen können die kleinsten Pferde der Welt (Fallabellas) bestaunen und sich anschliessend beim Ponyreiten, Kutschenfahren, auf der Mofarennbahn oder mit Elektro-Kinderbooten vergnügen.
Mit Kindern sind längere Wanderungen beschwerlich, ein Spaziergang zum idyllisch vor den Felsbergen des Grossen Priel gelegenen Schiederweiher in Hinterstoder, eine 20-minütige Wanderung zum Piessling Ursprung, der grössten Karstquelle der Ostalpen, oder zum Wasserfall Stromboding, bieten ihnen jedoch ein leicht zu bewältigendes Naturerlebnis. Älteren Kindern kann man durchaus die Wanderung durch die etwas mehr als 1500 Meter lange Dr. Vogelgesang-Klamm bei Spital am Pyhrn zumuten. Nach der Bewältigung der etwa 500 Stege und Stufen zwischen den Felsen der Schlucht über rauschendem Gebirgswasser kann man sich in der Bosruckhütte ordentlich stärken, um dann am besten über den Forstweg wieder zurück zum Parkplatz zu wandern.
Für die Wasserratten unter den Kleinen und Grossen hat die Region u.a. den Gleinkersee zum Baden, Fischen und Bootfahren parat, an dessen Ufer übrigens auch Camping möglich ist. In schöner Umgebung mit Blick auf das Schloss und die Bergkirche Klaus kann man sich mit den Kleinen auch am Klauser Stausee Tret-, Elektroboote oder Kanus ausborgen, um den See zu erkunden. Ein grosser Kinderspielplatz, ein Gasthaus mit schönem Gastgarten und eine Tennisanlage laden zum Verweilen ein.
Um die Kleinen ein wenig zur Bewegung zu animieren, bietet sich übrigens auch eine Wanderung auf den Wurbauerkogel an. Den Rückweg kann die gesamte Familie nämlich mit einer Sommerrodelbahn zurücklegen, einer der längsten Europas mit 1523 Meter Rodelvergnügen.
Das Skiweltcup-Dorf Hinterstoder bietet nicht nur ausreichend Möglichkeiten zum Skifahren und Snowboarden, sondern eine Naturrodelbahn mit Flutlichtanlage, 120 Gesamtkilometer Langlaufloipen auf vier unterschiedlichen Höhenlagen von 600 bis 1400 Metern Seehöhe, und vieles mehr. Für Abwechslungsliebende befindet sich unweit von Hinterstoder zudem das Skigebiet Wurzeralm bei Spital am Pyhrn.
Für Urlauber, die die Schönheiten der Natur aus einer anderen Perspektive erleben möchten, bieten die Einheimischen geführte Schneeschuhwanderungen, Pferdeschlittenfahrten oder gar Helikopterrundflüge über das Pyhrn-Priel-Gebiet an.
Legt Petrus einmal einen Regentag ein oder möchte man sich zu allen sportlichen Aktivitäten auch einmal einen Ruhe- und Kulturtag genehmigen, kann die Region mit einigen Museen und Ausstellungen aufwarten: Ob nun das Alpineum in Hinterstoder, das Wilderermuseum in St. Pankraz, das Felsbildermuseum in Spital am Pyhrn oder das Heimatmuseum in Windischgarten, es gibt einiges zu bestaunen. Sehenswert ist u.a. auch das Stift und die Stiftskirche von Spital am Pyhrn und die barocke Bergkirche von Klaus aus dem 17. Jhdt. mit ihren Deckenfresken und einem prächtigen Tempietto Altar.
Ausflüge in die Städte Steyr, Linz oder Kirchdorf an der Krems für Stadtbesichtigungen oder zum Shopping werden für viele Wandermüde zwischendurch einmal ebenso eine optimale Abwechslung zur Bergwelt bedeuten. Wem der Weg nicht zu weit ist, dem ist eine Fahrt nach St. Thomas am Blasenstein zu empfehlen. Es gibt dort neben einer Wallfahrtskirche einen «Luftg´selchten Pfarrer» in einem mit Glasfenster versehenen Sarg zu bestaunen. Der Körper des 1746 verstorbenen Chorherren Franz Xaverius Sydler de Rosenegg war aus bislang noch immer unerklärbaren Gründen nie verwest.
Möchte man übrigens das Grab des 1998 verstorbenen Fernsehmoderators Hans-Joachim Kulenkampff besichtigen, so lohnt sich eine Reise zum kleinen Ort Frauenstein in der Nähe der Ortschaft Klaus. Der kleine Friedhof mit vorwiegend schmiedeeisernen Kreuzen rund um die Frauensteiner Kirche wirkt idyllisch, ebenso wie Kulenkampffs kleines, unscheinbares Grab.
Text: Manou Rade