

Wenn wie jedes Jahr die Weinlese bevorsteht, eröffnen sich vielerorts malerische Ausblicke. Dann verfärbt sich langsam das Laub, die Trauben hängen satt auf den Rebstöcken und man hört schon von weit den sogenannten Klapotz – eine spezielle Form des Windrads – der durch lautes Klappern die Vögel von den süssen Trauben fernhalten soll. Spätestens zu Martini wird er wieder «eingefangen», dann ist es Zeit, den jungen Wein – auch als «Steirischer Junker» bekannt – zu präsentieren. Hier treten junge Winzer allzu gerne in die Fussstapfen der Eltern, denn guten Wein herzustellen ist schliesslich eine Berufung. Bei Sorten wie Gelber Muskateller, Welschriesling, Chardonnay, Weissburgunder oder Sauvignon Blanc kommen nicht nur echte Weinkenner ins Schwärmen. Namhafte Winzer beweisen aber auch ein Händchen für vorzügliche Rotweine.
Überall finden sich liebevoll geschmückte Häuser und Heurige, die durch besondere Gastfreundlichkeit zum Wohlfühlen und Verweilen einladen. Wenn es da einmal ein «Achterl» zu viel wird – kein Problem: Dann werden die Gäste von einem Taxi in ihr Quartier zurückgebracht. Besucher können sich heutzutage zwischen einer urigen Buschenschank, die im Gegensatz zum Heurigen nur kalte Speisen reicht, oder einem vollausgestatteten Wellnesshotel entscheiden. Selbstverständlich gibt es in den meisten Fällen die Möglichkeit, Qualitätsprodukte direkt im Quartier zu erwerben.
Durch die weiche, weite Hügellandschaft ist die Südsteiermark nicht nur für Touristen ein Genuss, sondern speziell für Maler und Fotografen empfehlenswert. Der Reiz liegt hier in der Kleinstrukturiertheit des Geländes. Immer wieder wechseln sich Weinberge, bewaldete Gebiete und Hügelkuppen mit prächtig geschmückten Höfen ab. Neben den zahlreichen Rebstöcken findet man auch Apfelbäume mit knallroten Früchten, die sofort zum Hineinbeissen einladen. Weit über die Grenzen hinaus bekannt sind die hochprämierten Edelbrände, deren Qualität sich seit vielen Jahren bezahlt macht.
Wer glaubt, in der Südsteiermark dreht sich alles nur um kulinarische Gaumenfreuden, liegt definitiv falsch: Jedes Jahr finden von Frühling bis Herbst viele grosse und kleinere Sportveranstaltungen statt. Egal ob zu Fuss oder auf dem Rad, in dieser traumhaften Gegend kommen alle voll auf ihre Kosten.
Hervorzuheben ist sicherlich der seit vielen Jahren ausgetragene «Welschmarathon», der durch die vielen Höhenmeter zu den selektivsten Rennen in ganz Mitteleuropa zählt, und sich immer grösserer Beliebtheit erfreut. Wer es nicht ganz so ehrgeizig angehen möchte, macht am besten bei einer der zahlreichen Labe-Stationen halt und genehmigt sich das eine oder andere vorzügliche Gläschen Wein.
Text: Helge Trach