
Playa del Carmen – südlich vom wesentlich bekannteren Cancún gelegen – hat trotz enormen Einwohnerzuwachses nichts an seinem Charme verloren. Gerade abends verwandeln sich die Hauptstrassen in eine einzige grosse Bühne: Aus der Quinta Avenida wird so binnen Minuten eine Fussgängerzone mit Mariachi-Gruppen, Gauklern und unzähligen Strassenverkäufern.
An der Westküste liegt das kleine Städtchen Campeche, das besonders durch seine bonbonbunten Häuserfronten auffällt – ein Zeugnis des spanischen Kolonialerbes. Besonders beliebt ist bei Kennern ein Spaziergang über den Parque de Guadeloupe durch das Viertel San Francisco ausserhalb der Stadtmauern.
Tausend Jahre lang war die Mayastätte Chichén Itzá Zentrum des Maya-Reiches. Keine andere wurde so gut restauriert. Um dem allgemeinen Touristenansturm zu entgehen, sollte man möglichst früh morgens hinfahren – dann hat man die Chance, die einmaligen Pyramiden und restlichen Kulturstätten in Ruhe zu geniessen oder einer der beliebten Folklore-Vorstellungen mit den prächtigen Maya-Kostümen beizuwohnen.
Unbedingt besuchen sollte man die einzige Mayastadt am Meer – Tulúm. El Castillo, die grosse Pyramide thront direkt über dem türkis schimmernden Wasser. Die Tempelstadt diente nicht nur als Festung, sondern auch als religiöses Zentrum. Mit der Grösse von Chichén Itzá kann Tulúm zwar nicht ganz mithalten, dafür versprüht der Ort wahre Magie und ein kleiner Bummel durch die Innenstadt erweist sich als äusserst interessant.
Auf keinen Fall versäumen darf man Uxmal: Dieser Ort entstand zwischen dem siebenten und zehnten Jahrhundert und somit sogar älter als Chichén Itzá. Besonders sehenswert sind die steil aufragende Pyramide, der Wahrsager sowie der fast romantisch anmutende Palast mit seinem dekorativen Dachkamm – von den Einheimischen liebevoll «Taubenschlag» genannt.
Gerade Ruhe suchende Urlauber kommen auf Yucatán voll auf ihre Kosten, da die grosszügig angelegten Ferienanlagen nicht selten eher diskret in Gärten versteckt sind. In wenigen Schritten erreicht man die endlosen, weissen Sandstrände und hat einen atemberaubenden Blick auf die glasklaren, blauen Fluten. Wer hier eintaucht oder eine der zahlreichen Wassersportmöglichkeiten nutzt, wird schnell die trüben Wintertage Mitteleuropas vergessen.
Selbstverständlich muss man sich auch ums leibliche Wohl keine Sorgen machen: In den hoteleigenen Spezialrestaurants bekommt man deftige und würzige mexikanische Kost serviert. Und so gönnt man sich zu Tacos mit Avocadodip ein gutes Gläschen Wein oder einen leckeren karibischen Cocktail.
Text: Helge Trach