
Das mittlerweile weltweit bekannte Fondue hat seinen Ursprung in den Schweizer Alpen. Das beliebte Käsefondue entstand, als Schweizer Bergbauern trocken gewordenen Käse mit Gewürzen und Wein verfeinerten, in einem Topf schmelzen liessen und Brot in die Käsemasse tunkten. Dieses Restessen nannte man dann Fondue, hat vor nunmehr 60 Jahren seinen Siegeszug in alle Welt gestartet und gilt heute als ein Nationalgericht in der Schweiz.
Ebenfalls aus der Schweiz stammt das Raclette. Diese Käse-Köstlichkeit wurde von Bauern und Hirten entdeckt. Mit einfachen Mitteln und Aufwand entstand eine Idee, die sich sehr bald grosser Beliebtheit erfreute. Man setzte ein grösseres Stück Käse direkt dem Feuer oder der Glut aus. Wenn die oberste Schicht vom Käse zerschmolzen war, hat man es mit dem Raclette – einem Spatel - abgestreift. Von diesem Spatel stammt der Name des Gerichts «Raclette». Dazu ass man Brot oder heisse Kartoffeln.
Zu einem gelungenen Fondueessen gehört die richtige Ausstattung. Das klassische Gefäss für das Käsefondue nennt man Caquelon. Er ist aus Stein, Keramik oder Stahlkeramik. Dieses Material hat den Vorteil, dass es nur langsam Hitze annimmt, wodurch der Käse langsam und sanft schmelzen kann. Hier sollte man beim Kauf auf jeden Fall auf Qualität achten. Unter dem Fondue-Gefäss braucht man noch eine richtige Feuerstelle: den Rechaud. Die sicherste und einfachste Art des Fondues ist das Elektro-Fundue. Unverzichtbar beim Fondue sind die Spiesse bzw. Fonduegabeln mit zwei oder drei Zinken.
Der Klassiker unter den Fondues ist wohl unbestritten das Käsefondue mit Weisswein. In den Fonduetopf kommt ein fetter Käse, der leicht schmilzt. Der Geschmack kann mit Gewürzen wie Pfeffer, Knoblauch, Curry oder Kräutern verfeinert werden. In die erwärmte Mischung werden dann Brotstückchen (meist Weissbrot mit Kruste) eingetaucht, bis sie mit der leckeren Käse-Mischung überzogen sind. Ursprünglich ass man zum Fondue keine Beilagen. Heute werden aber gerne - da Käsefondue von Haus aus sehr sättigend wirkt - Salate, Gemüse oder Obst serviert.
Am einfachsten bereitet man Raclette auf einem elektrischen Raclettegerät, das man auf einem Tisch abstellen kann. Das Gerät hat meist eine runde oder ovale Oberfläche, unter der sich eine Heizspirale befindet. Darunter können die Pfännchen eingeschoben werden, die man je nach Lust und Laune mit gekochten Kartoffeln, Mais, Paprika, Zwiebeln, Proscuitto, Mozarella, Schinken, Ananas, Pfirsich, Shrimps usw. befüllen kann. Die Beilagen sollten vorher vorbereitet bzw. geschnitten werden. Als krönender Abschluss werden die befüllten Schälchen mit Käse belegt, das dann im Raclettegerät so lange brutzelt, bis der Käse geschmolzen ist. Auf der Oberfläche des Raclettes kann man in der Zwischenzeit köstliches Fleisch oder Spiegelei anbraten.
Die Technik, Fleisch auf einem heissen Stein zu braten, ist uralt und findet seine Ursprünge ebenso in der Schweiz. Heute erfreut sich der heisse Stein immer grösserer Beliebtheit, denn auf ihn lassen sich Fleisch, Wurst, Fisch, Eier und Gemüse ohne Beigabe von Fett zubereiten. Der Naturstein wird mit der Halterung auf der Herdplatte auf höchster Stufe oder im Backrohr bei höchster Hitzeeinstellung ca. 30 Minuten erhitzt. Einfacher handzuhaben ist jedoch das elektrische Gerät. Grosser Beliebtheit erfreuen sich auch so genannte Kombigeräte, bei denen man gleich wie beim Raclette Pfännchen befüllen und unter die Heizspirale stellen kann.
Ganz gleich, ob sich die Familie und Freunde nun bei Fondue, Raclette oder heissem Stein am Esstisch versammelt – das gemeinsame Brutzeln und Essen sorgt garantiert für Spass und beste Unterhaltung.
Text: Tina Voss