
Grundsätzlich gibt es eigentlich kein Mindestalter für die erste Ferienreise mit den Eltern. Allerdings sollte man daran denken, dass vor allem Kleinkinder besondere Ansprüche an ihre Umgebung haben. Was ein Erwachsener ignoriert, kann für kleine Kinder eine Bedrohung sein. Grosse Klimaunterschiede, kulinarischen Köstlichkeiten einer bislang unbekannten Küche oder veränderte hygienische Verhältnisse sind für die Kleinsten oft schwer zu verkraften. Auch die An- und Abreise ist für kleine Kinder mitunter problematisch. Die eigentlichen Reisezeiten sollten möglichst kurz ausfallen, da langes Unterwegssein für Kleinkinder eine enorme Belastung darstellt. Ganz wichtig ist es deshalb, sowohl während der Reise als auch am Reiseziel darauf zu achten, dass Kinder genug trinken um sie vor Austrocknung oder Hitzeschlag zu schützen. – Jedoch mit jedem Lebensjahr wird es ein wenig einfacher.
Wohin es in den Ferien geht, hängt vorrangig vom Geschmack der Eltern ab. Aber man sollte schon auf die Bedürfnisse seines Kindes Rücksicht nehmen und ein kindgerechtes Reiseziel mit einer Menge Spiel- und Freizeitmöglichkeiten wählen. Wenn die Kinder noch klein sind, sollte das Ziel besser in nicht allzu weiter Ferne liegen. Denn schon allein die Anreise stellt für Kleinkinder eine extreme Belastung dar. Ideal sind Reisezeiten von zwei bis drei Stunden, sei es im Autoreisen oder wenn Sie mit Kindern fliegen. Alternativ sind auch längere Reisen denkbar, wenn zwischenzeitlich sehr ausgiebige Pausen möglich sind. Das Reiseziel sollte sich vor allem in jungen Lebensjahren in punkto Klima, Hygiene, Küche und medizinischer Versorgung nicht zu sehr von den heimischen Gegebenheiten unterscheiden.
Im heimischen Umfeld sorgen Eltern natürlich ständig dafür, dass sich das Kind in angenehmen hygienischen Verhältnissen aufhalten kann. Während der Ferien ist das allerdings schwer umsetzbar. Es lauern zig Gefahrenstellen, die – wenn auch nicht immer sichtbar – alles andere als hygienisch sind. Steril muss die Umgebung gar nicht sein, problematisch ist viel mehr die Tatsache, dass sich oft Krankheitserreger oder Bakterien anfinden, die der Organismus des Kindes noch nicht kennt und sich entsprechend schlecht wehren kann. Wer also eher nah gelegene Ferienziele wählt, spart sich die Attacken und die Folgen von «exotischem Schmutz».
Eltern und «ältere» Kinder freuen sich alljährlich auf die besonderen Spezialitäten, die die Küchen der gewählten Ferienregion zu bieten haben. Sofern Kleinkinder schon bei den Eltern mitessen, lauern hier wiederum Gefahren. Oft sind die Speisen anders in ihrer Zusammensetzung und Zubereitung mit Gewürzen. Nicht selten reagieren Kinder schnell mit deutlichen Magen- oder Durchfallproblemen auf die neue Küche. Kleinkinder sollten also nach Möglichkeit auch am Ferienort noch über die gewohnte Nahrung verfügen können. Diese kann entweder von zuhause mitgebracht oder am Ferienort gekauft werden.
Ob ein Durchfallproblem oder eine einfache Erkältung – Kleinkinder können auch durch kleine Beschwerden schnell ernsthaft krank werden. Umso wichtiger ist es, dass kleine Probleme sofort durch entsprechende Medikamente, die in der Reiseapotheke mitgebracht wurden, behandelt werden. Schon vor dem Urlaub muss zudem geklärt sein, ob im Ernstfall binnen kurzer Zeit ein Arzt zur Verfügung stehen kann. Überprüfen Sie bei Ihrer Krankenversicherung ob eine zusätzliche Reiseversicherung sinnvoll ist.
Machen Sie mindestens einen Monat vor der Reise mit Ihrem Kind einen Besuch beim Kinderarzt um – vor allem bei Reisen in ferne Länder – erforderliche Impfungen und gesundheitliche Massnahmen abzuklären. Hier können Sie sich auch gleich über eine kindgerechte Reiseapotheke informieren.
Text: Daniel D. Eppe