Peru – Land der Gegensätze und Geheimnisse

Bewerte diesen Artikel

 

Peru – Land der Gegensätze und Geheimnisse

Kaum ein anderes Land Südamerikas kann auf so eine interessante Geschichte zurückblicken wie Peru. Es ist nahezu unmöglich, die Fülle an kulturellen sowie landschaftlichen Highlights in nur einem Aufenthalt zu entdecken und zu erleben.

Verborgene Wüste

Landschaftlich wird Peru von seinen Einwohnern in «costa, sierra y selva» (Küste, Berge und Urwald) unterteilt. Parallel zur Pazifikküste verläuft auf einer Länge von 2214 Kilometern ein schmaler Wüstenstreifen, der im Norden an Ecuador grenzt und im Süden in die chilenische Wüste Atacam übergeht. Genau in diesem Streifen liegt die Hauptstadt Lima. Aufgrund von grosszügig bewässerten Parkanlagen und Betonpalästen in den modernen Stadtteilen merkt der Besucher gar nicht, dass er sich eigentlich in einer Wüste befindet. Im Osten des Landes erstrecken sich hingegen die feuchtheissen Wälder des Amazonastieflandes.

Von Lima zum «Nabel der Welt»

Als Tipp gilt die Weiterreise von Lima zur alten Inka-Hauptstadt «Cusco». Dieser sehenswerte Ort liegt in einem fruchtbaren Hochtal in 3400 Metern Höhe und wurde unter der Herrschaft der Inka als «Nabel der Welt» bezeichnet. Oberhalb von Cusco kann man ein gigantisches Mauerwerk bestaunen: Die archäologische Stätte von «Saqsay-wama» ist ein Beweis der hoch entwickelten Inka-Gesellschaft. Auch heute in der Gegenwart ist schwer erklärbar, wie die bis zu 155 Tonnen schweren Steine so weit transportiert und dann noch derart passgenau aneinandergereiht werden konnten.
 
Wer mit dem «Buona Vista» - einem Zug nach Aguas Calientes am Fusse von Machu Picchu - weiterfährt, wird eine Änderung der Vegetation bemerken: Der grüne Wald verdichtet sich mehr und mehr und die Temperatur steigt merklich an. Dennoch lohnt sich der Besuch der alten und geheimnisvollen Ruinenstadt – bis heute noch schwören feinfühlige Menschen deutlich die Energie dieses Ortes zu spüren. Auch bleibt rätselhaft, wer die ersten Siedler dieser abgeschiedenen Gegend waren.

«Altiplano» und der «Lago Titicaca»

Hat man noch immer nicht genügend dünne Luft geatmet, sollte man auf gar keinen Fall die grösste Hochebene (neben der Tibets) – Altiplano – verpassen. Auf ca. 3820 Meter liegt der höchste schiffbare See der Erde, der Titicaca-See, der als gigantischer Süsswasser- und Wärmespeicher das Klima der Region massgeblich beeinflusst. Deshalb sind die Temperaturen in seinem Umfeld gemässigter als auf der übrigen Hochebene. Man geht davon aus, dass hier das Zentrum des mächtigen Inka-Reichs lag, welches bis zum Eintreffen der Spanier einen grossen Teil Südamerikas beherrscht hatte.

Die am See gelegene Stadt Puno dient als idealer Ausgangspunkt für Bootsausflüge, welche man mit etwas Verhandlungsgeschick auch günstiger buchen kann.

Von echter Handarbeit bis Kitsch

Die nicht weit entfernte Stadt Juliaca gilt nicht nur als wichtigster Verkehrsknotenpunkt im Süden Perus, sondern ist auch wegen des örtlichen Markts einen Besuch wert. Hier gibt es nichts was es nicht gibt – von echter Handarbeit bis reinem Kitsch. Bis der Zug den Marktplatz überhaupt passieren kann, müssen die unzähligen Verkaufsgegenstände erst zur Seite geschafft werden – ein für europäische Augen eher unwirkliches Treiben.
 
Text: Helge Trach