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Amortisationen: Höhe der Schulden überprüfen

Wir alle, die wir Wohnungen und Liegenschaften kaufen, nehmen Hypotheken in Anspruch. In vielen Fällen wäre es aber an der Zeit, die Schulden auf ein vernünftiges Mass zu reduzieren. Unsere Fallbeispiele zeigen auf, in welchen Fällen wie vorzugehen ist.
 
Von Jürg Zulliger
In Sachen Hypothekarverschuldung pro Kopf sind wir Schweizerinnen und Schweizer Weltmeister: Schätzungsweise 80'000 Franken Hypothekarschulden entfallen durchschnittlich auf jede in der Schweiz wohnhafte Person. Das hat damit zu tun, dass die hiesigen Banken Liegenschaften grosszügig mit Krediten belehnen und bei den Amortisationen eine zunehmend kulante Praxis walten lassen.

Hohe Schulden sind der Status quo

Lorenz Heim vom VZ Vermögenszentrum stellt eine Lockerung fest: «Früher war es üblich, die Schulden nach Möglichkeit und innerhalb einer gewissen Zeit auf 65 Prozent zu reduzieren. Heute sind viele Banken bereit, Schulden in Höhe von 70 Prozent und sogar mehr dauerhaft zu akzeptieren.» Weiter bieten die tiefen Zinsen Gewähr dafür, dass die Schulden vorerst billig bleiben.

Krisenschutz

Auch wenn die Banken keinen Druck ausüben, gibt es mehrere triftige Gründe dafür, die Höhe des Kredits sobald wie möglich auf ein vernünftiges Niveau zu reduzieren. Viel zu wenig wird thematisiert, dass Hauseigentümer wesentlich besser gegen Krisen geschützt sind, wenn sie schon kurz nach dem Kauf die Schulden zügig amortisieren.

Hausbesitzer in Bedrängnis

Sofern die Schuldenhöhe über alle Kreditdossiers hinweg hoch liegt, kommen im Fall rückläufiger Immobilienpreise - wie in den USA seit 2007 auf breiter Front - wesentlich mehr Hausbesitzer in Bedrängnis. Unangenehm sind Wertberichtigungen, wenn der Wert des Hauses nicht mehr als Deckung für den Kredit ausreicht. Dann kann es auf dem Markt zu Notverkäufen kommen und in der Folge droht gar eine negative Preisspirale. Wer hingegen Schulden abbaut, gewinnt an Unabhängigkeit gegenüber dem Darlehensgeber und wird ruhiger schlafen können.

Bank und Käufer im gleichen Boot

Letztlich sind die Bank und der Hauseigentümer als Kreditnehmer im gleichen Boot: Je gesünder das Finanzfundament und je geringer das Risiko einer Überschuldung, umso seltener werden Probleme zwischen den zwei Vertragspartnern auftauchen.