Aus Tradition wird Trend: Holzarchitektur in der Schweiz

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Aus Tradition wird Trend: Holzarchitektur in der Schweiz

Holzhäuser haben in der Schweiz eine lange Tradition, die irgendwann jedoch nicht mehr zeitgemäss erschien. Mit völlig neuen Konzepten, aber dem gleichen Rohstoff Holz, entstehen heute hochmoderne und geradezu einzigartige Holzhäuser, die einen neuen Trend heraufbeschwören.

Neue Architektur aus Holz

Holzhäuser haben in der Schweiz eine lange Tradition, doch irgendwann baute man lieber aus Stein oder Beton. Mit dem Begriff «Holzhaus» verband man eher das altbackene Bauernhaus, die Berghütte oder eine preisgünstige Lösung für schmale Geldbeutel. Schon in den 1990er Jahren setzten jedoch die Architekten völlig neue Massstäbe, als sie begannen, auch aus dem klassischen Rohstoff Holz völlig neue Häuserstrukturen zu entwerfen. Von alt backen keine Spur, vielmehr waren die neuen Entwürfe schlicht, gradlinig und einfach modern.

Holz hat Ausstrahlung

Holz hat sich über Jahrhunderte als hervorragendes Material zum Hausbau erwiesen. Der neuzeitliche Umschwung zu Stein und Beton brachte zwar neue Architekturen hervor, jedoch waren diese oft kalt und ohne Atmosphäre. Die natürliche «Sinnlichkeit», die Holz ganz einfach mitbringt, fehlt anderen Materialien. Stein und Beton galten jahrelang als die stabileren und langlebigeren Baustoffe. Tatsächlich steht Holz den übrigen Baumaterialien in nichts nach. Bei ordnungsgemässer Verarbeitung können Holzhäuser ebenso viele Jahre eine sichere Unterkunft bieten, wie Häuser aus anderen Materialien. Das älteste Holzhaus der Schweiz besteht im Übrigen schon seit über 800 Jahren. Angenehme Wohnqualität entsteht zudem allein durch das Holz. Als natürlicher Rohstoff wirkt es sich wie eine natürliche Klimaanlage positiv auf das Raumklima aus.

Keine erhöhte Brandgefahr!

Wer an Holzhäuser denkt, befürchtet natürlich, dass diese viel schneller einem Brand zum Opfer fallen können als Steinbauten. Aber das stimmt so nicht. Moderne Holzhäuser halten den Flammen bisweilen sogar länger Stand als vergleichbare Bauten aus Beton. Der Grund liegt in der recht geringen Abbrandgeschwindigkeit des natürlichen Rohstoffs, die die gesamte Hauskonstruktion länger stabil bleiben lässt als Beton oder Stahl. Zudem ist Holz ein ausgesprochen schlechter Wärmeleiter. Ein Brand kann sich also innerhalb eines Holzhauses deutlich schlechter ausbreiten als in Häusern aus anderen Materialien.

Das Holzhaus aus der Serienproduktion

Derzeit macht der Anteil von Einfamilienhäusern aus Holz in der Schweiz nur etwa zehn Prozent aus. Ändern könnte sich das sehr schnell, wenn die industrielle Serienproduktion von Holzhäusern greift. Schon jetzt gibt es so genannte Fertighäuser aus Holz, die aus vorgefertigten Modulen an Ort und Stelle zusammenmontiert werden. Diese Technik ermöglicht nicht nur einen Hausbau innerhalb weniger Tage, sondern macht die eigenen vier Wände zu einem erschwinglichen Unterfangen. Je nach Bedarf lassen sich aus den einzelnen Modulen mehr oder weniger grosse Hauskonstruktionen bedarfsweise zusammenstellen.
 
Günstig sind solche serienproduzierten Häuser zudem: Durch die schlechte Wärmeleitfähigkeit und entsprechende Konstruktion fallen moderne Holzhäuser durch einen ausgesprochen niedrigen Energieverbrauch besonders positiv auf.

Fazit

Wer heute an ein Holzhaus denkt, ist von traditionellen Holzbauten, die schon lange Zeit die Schweizer Kultur prägen, weit entfernt. Moderne Holzhäuser sind hochmoderne Immobilien, die den Zeitgeschmack nicht nur in puncto Design absolut treffen, sondern aufgrund ihrer hervorragenden Energiebilanzen aktiv zum Schutz der Umwelt und zur Reduktion des CO2-Ausstosses beitragen. Moderne Holzhäuser sind nicht nur Garant für besonders komfortables Wohnen, sondern sind dank Serienproduktion auch für kleinere Geldbeutel deutlich erschwinglicher geworden. Eine alte Tradition wurde zum neuen Trend.
 
Text: Daniel D. Eppe