
Wer nach den Ferien die Koffer auspackt, hat es sich sicher auch schon überlegt: Wie wäre es mit einem hübschen Haus auf Kreta, Mallorca oder an der Costa Blanca? Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise sind die Immobilienpreise in vielen Mittelmeerländern gesunken, das gilt besonders für Spanien und Griechenland.
Von Jürg Zulliger
Beim Kauf einer Auslandsimmobilie sollte man mangels Sprach- und Rechtskenntnissen grosse Vorsicht walten lassen. Wo im Bauboom noch vor der Finanzkrise der schnelle Euro lockte, finden sich jetzt häufig leer stehende Bauruinen. Von so mancher Küste seiner Träume erzählt man sich «Räubergeschichten»: von Verkäufern, die mitsamt den Anzahlungen von der Bildfläche verschwunden sind, von Verträgen, die ihr Papier nicht wert waren, von Villen auf Grundstücken, die im Grunde genommen von einem Bauverbot belegt waren.
Bei einem Kauf sollte man sich daher nie unter Zeitdruck setzen lassen und sich unabhängig - zum Beispiel von einem Rechtsanwalt seines Vertrauens - beraten lassen. Wichtigstes Kriterium für die Qualität einer solchen Immobilie ist die Lage. Wenn der nächste Flughafen fünf Autostunden entfernt liegt, wenn die Lage mitten im steinigen Geröll weder Meersicht noch die Nähe zu Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten bietet, geht der Käufer mit seinem Investment grosse Risiken ein.
Andere Länder, andere Sitten - das gilt ganz besonders für den Kauf von Auslandsimmobilien. Wer als Schweizer in der Heimat ein Haus kauft, kennt die wichtigsten Spielregeln: Damit der Kauf rechtsgültig ist, bedarf es einer Beurkundung des Vertrags bei einem Notar. Doch in den verschiedenen Mittelmeerländern gelten oft andere Spielregeln: Kann ein Kauf auch formlos, das heisst per Handschlag zustande kommen? Wie findet man heraus, ob ein Bau überhaupt legal ist? Um Fallstricken aus dem Weg zu gehen, sollte man sich unabhängig beraten lassen. Dazu sucht man am besten den Kontakt zu Juristen, Steuerexperten, Architekten, seriösen Maklern und Immobilienfirmen, die mit den lokalen Gegebenheiten vertraut sind.
Angesichts der Kurzlebigkeit im Tourismusgeschäft und angesichts der Schwankungen auf den europäischen Immobilienmärkten darf man sich keinen Illusionen hingeben. Robert Ferfecki von de Rham SA, dem Schweizer Ableger von Sotheby's International Realty, sagt dazu: «Wirtschaftlich gesehen rechnet sich der Kauf einer selbst genutzten Immobilie im Ausland kaum je. Was man aber davon hat, sind Zinsen in Form von Luxus, und man kann sich während vieler Jahre daran erfreuen.»