
Schon zum Ende der 1960er Jahre wurden die ersten Asbestprodukte verboten. Schon damals wusste man um die krebserregende Wirkung des Stoffs. Noch in den 1940er Jahren wurde Krebs daher als Berufskrankheit angesehen.
Die Verwendung dieser mineralischen Faser wurde in den letzten 40 Jahren europaweit immer weiter reduziert, in Deutschland wurde die Verwendung von Asbest 1993 vollständig verboten. Seit 2005 gilt das Verbot europaweit.
Dennoch befinden sich in zahlreichen Bauwerken in ganz Europa immer noch grosse Mengen dieses Dämmstoffs, deren Entsorgung für die Europäische Union ein echtes Problem darstellt.
Eine Asbestsanierung gestaltet sich ausgesprochen schwierig, da die Asbestteile per Hand gelöst werden müssen. Die gelösten Fasern werden dann durch spezielle Industriesauger entsorgt. Nach den Entfernungsarbeiten muss das entsprechende Bauwerk mehrere Tage ruhen, damit sich aufgewirbelte Asbestteilchen in der Luft legen können. Anschliessend ist eine gründliche Bodenreinigung notwendig. Nach der Reinigung werden zunächst verschiedene Messungen durchgeführt, bevor das Gebäude wieder ohne jede Schutzmassnahme betreten werden kann.
Für die Asbestsanierung gelten die technischen Regeln für Gefahrenstoffe. Sie beinhalten unter anderem, dass Baustellen, an denen Asbest freigelegt wird, vollständig und staubdicht abgeschottet werden müssen, der Arbeitsbereich unter der Abschottung muss dabei ständigem Unterdruck unterliegen. Das Bauwerk darf nur durch ein Schleusensystem betreten bzw. verlassen werden. Zudem sind Atemschutzsysteme und spezielle Schutzkleidung vorgeschrieben. Asbestsanierungsarbeiten dürfen nur durch speziell zugelassene Abbruch- und Sanierungsunternehmen durchgeführt werden.
Zu den besonders bekannten Gebäuden, die einer Asbestsanierung unterzogen worden sind, gehört unter anderem die UNO-City in Wien oder der damalige Palast der Republik in Berlin. Auch das World Trade Center, das am 11. September 2001 durch ein Attentat zum Einsturz gebracht wurde, war stark asbestbelastet. Nach dem Einsturz legte sich eine Asbestwolke über grosse Teile New Yorks. Grosse Teile der Bevölkerung atmeten seinerzeit diesen Staub ein und leiden heute noch an den gesundheitsschädlichen Folgen.
Die krebserregende Wirkung von Asbest sollte keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden. Die Auflagen für eine Sanierung sind keinesfalls übertrieben, sondern schützen die Arbeiter und Anwohner vor ernsthafter Gefahr. Auch wenn eine solche Sanierung teuer ist, auf keinen Fall sollte man selbst Hand anlegen oder sich dem Stoff ohne Schutzmassnahme nähern.
Text: Daniel D. Eppe