Lästige Nachbarn – Wie wird man sie los?

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Lästige Nachbarn – Wie wird man sie los?

«Niemand kann in Frieden Leben, wenn’s dem bösen Nachbarn nicht gefällt» – Diese althergebrachte Wahrheit begleitet den Menschen seit Jahrhunderten und ist besonders in unserer Zeit brandaktuell. Nachbarschaftsstreite stehen in Europa auf Platz 1 in den Bearbeitungslisten der Gerichte und beschaffen so manchen Anwälten, Richtern und Schiedsmännern schlaflose Nächte.

Aller Anfang

Der Kampf um das eigene Territorium beginnt schleichend: Bei dem einen sind es Nachbarskinder, die in der Mittagszeit lauthals im Garten spielen, beim anderen sind es achtlos in den Flur gestellte Kinderwagen. Die Ärgernisse, an denen sich Gemüter aufreiben können, sind genauso vielfältig wie abwechslungsreich. Schlimm wird es nur, wenn aus Lappalien, über die man hinwegsehen kann, handfeste Einschränkungen der Lebensqualität werden.

Kommunikation bringt erste Hilfe

Wer merkt, dass Nachbarn zur Belastung werden, sollte als erstes einen kühlen Kopf bewahren. Das Abwägen, ob die eigene Empfindlichkeit die Nerven blank liegen lässt oder ob wirklich die eigene Wohnqualität eingeschränkt wird, ist immens wichtig. Wer direkt über den Vermieter oder den Advokaten versucht, der Probleme Herr zu werden, wird im Vorfeld die Fronten verhärten. Besser ist in allen Fällen zuerst das Gespräch mit den vermeintlichen Verursachern zu suchen. Vieles lässt sich bei einer Tasse Kaffee oder sprichwörtlich «zwischen Tür und Angel» aus dem Weg schaffen.

Objektiv bleiben

«Mein Nachbar kennt meine Gewohnheiten nicht!» – Mit diesem Grundgedanken lässt sich manche Störung gerade bei neuen Nachbarn relativ neutral betrachten. So ist jeder gut beraten, beim ersten freundlichen Nachbarschaftsbesuch die eigenen Gewohnheiten ins Gespräch einzubinden. Schliesslich kann die neue Nachbarin ja nicht ahnen, dass man selbst sehr früh arbeiten muss oder die Mittagszeit für einen kurzen Schlaf nutzt. Sie wird sicherlich gerne die eigenen Kinder zur Ordnung rufen, wenn sie um diese Gewohnheit in der neuen Nachbarschaft weiss.

Der rechtliche Weg in Mietobjekten

Wer mit Kommunikation auf Granit stösst, muss den Weg grundsätzlich über den Vermieter gehen. Dieser trägt die Verantwortung für die Harmonie einer Hausgemeinschaft und muss, nach seinen Möglichkeiten, die Wohn- und Lebensqualität seiner Mieter garantieren. Tut er dieses nicht, ist es möglich, die Miete zu kürzen. Aber Vorsicht: Die Begründung von Mietkürzungen sind scharf umrissen. Bei einmaligen Störungen sind diese nicht möglich. Wer jedoch dauerhaft in seiner Wohnung beispielsweise vom nachts lärmenden Nachbarn genervt wird, kann den Mietzins prozentual herunter kürzen. In diesem Fall sollte man aber immer eine auf Mietrecht spezialisierte Advokatur zu Rate ziehen.

Eigenheimbesitzer

Eigenheimbesitzer befinden sich häufig in Nachbarschaftsstreitigkeiten. Auch hier gilt die Faustregel des ersten persönlichen Gesprächs. Geht der Nachbar nicht auf einen selbst ein, sollte man sich tunlichst davor hüten, selbst Briefe zu schreiben. Anwaltshonorare sind hier gut angelegt. Diese garantieren das Umgehen von Formfehlern und verleihen einen gewissen Nachdruck. Ausserdem sind viele Advokaturen, die auf Nachbarschaftsstreitigkeiten spezialisiert sind, erfahrene und oft auch objektive Berater, die anhand von bereits gefällten Urteilen einem drohenden Rechtsstreit schon im Vorfeld aus dem Weg gehen können.

Fazit

Jeder genervte Mieter oder Eigenheimbesitzer muss wissen, dass ein aggressives Auftreten bei Lappalien grundsätzlich falsch ist und auf Gegenwehr stösst. Oft hilft es, wenn möglich, eine Nacht über ein Problem zu schlafen. Wer dann Objektivität und freundliche Kommunikation als das A und O der Nachbarschaftspflege ansieht, wird sehr oft schon im Vorfeld Wege finden, damit Nachbarn gar nicht erst lästig werden. Sollte das alles jedoch nicht helfen, kann man auf kommunale und regionale Mieterverbände zurückgreifen, die viele Informationen und Adressen für den Fall der Fälle für genervte Nachbarn bereithalten.
 
Text: Daniel D. Eppe