
Stelzenhaus, Wippe, Sandkasten, Reck, Schaukel, Wellenrutsche, am besten noch ein Planschbecken – befragt man den Nachwuchs, nimmt die Wunschliste oft kein Ende. Fakt ist – die wenigsten Gärten bieten wirklich so viel Platz, und schliesslich soll ja eventuell auch noch eine gemütliche Sitzecke für die grossen Familienmitglieder Raum finden. Ohne Kompromiss wird es also wahrscheinlich nichts mit dem Traum vom eigenen Spielplatz. Kombinierte und platzsparende Geräte erleichtern die Qual der Wahl ein wenig, gute Planung tut ein Übriges. Stelzenhäuser sind beispielsweise oft hoch genug angelegt, dass genau darunter noch locker ein Sandkasten geplant werden kann. Speziell bei Schaukeln und Sportgeräten ist zu beachten, dass diese ein gewisses Umfeld zum Schwingen und Turnen benötigen – wer will dabei schon ständig an Wände oder Zäune stossen?
Neben der Platzproblematik und natürlich dem Kostenfaktor muss jeder Spielplatzplaner auch berücksichtigen, was realistisch umsetzbar ist. In gemieteten oder gepachteten Gärten gelten andere Regeln als auf eigenem Grund und Boden. Manche Spielplatzgeräte erfordern tiefes Einbetonieren, andere müssen an Fassaden verankert werden. Und lohnt es sich wirklich, den alten Kirschbaum für eine Doppelschaukel zu fällen? So gross die Freude bei den Kleinen auch sein mag – früher oder später sind sie gross und tummeln sich lieber im Internet als im Baumhaus. Gut, wenn der Garten dann relativ unkompliziert wieder seine ursprüngliche Gestalt erlangen kann.
Krabbelkinder haben andere Spielvorlieben als Grundschüler. Sind Geschwister unterschiedlichen Alters vorhanden, will und soll keiner von ihnen zu kurz kommen. Sandkästen müssen nicht riesengross und unendlich tief sein, um Begeisterung auszulösen. Zudem lassen sie sich gut wieder «rückbauen», wenn die Ära der Sandburgen zu Ende geht. Baum- und Stelzenhäuser kann man – je nach persönlichem Geschick – als Fertigbausatz erwerben oder aber in Eigenplanung aus schlichtem Bauholz selbst entwickeln. Eine seitlich angebrachte Wellenrutsche braucht zwar etwas Platz für den Auslauf, ist an sich aber schmal. Mit zunehmendem Alter nutzen die Kinder vielleicht lieber eine wackelige Strickleiter zu Eroberungszwecken. Und für ganz Mutige lässt sich später seitlich eine Kletterwand anbauen – passende Module gibt es im Fachhandel. Schaukeln und Reckstangen sind regulär höhenverstellbar und wachsen daher ganz leicht mit.
An Spielplatzgeräten wirken nicht zu unterschätzende Kräfte – daher müssen sie unbedingt sicher und kippsicher stehen. Alternativ zum Betonanker empfehlen sich daher Bodenhülsen von mindestens 60 cm Tiefe. Keinesfalls dürfen die Geräte «einfach so» hingestellt werden. Sie sollten ebenfalls über ein Prüfsiegel verfügen. Bei Gerüsten Marke «Eigenbau» ist zwingend auf stabile Verstrebungen und belastbare Verbindungen zu achten. Dass keine Schrauben, Metallteile, Holzsplitter und Haken hervorstehen dürfen, versteht sich von selbst, ebenso wie die abschliessende Verwendung ungiftiger Farben und Lacke. Unerlässlich ist ein sturzgeeigneter Boden – gepflasterte oder betonierte Flächen sind absolut untaugliche Stellplätze, Rasen- oder Sandflächen hingegen fangen unsanfte Landungen risikofrei ab.
Text: Claudia Eichhorn