
Auch wenn die Winter angeblich längst nicht mehr so frostig sind wie früher – kalt werden sie immer noch. Besonders immergrüne Pflanzen wie z.B. die Kamelie, aber auch Rosen, junge Bäume und Sträucher sind dankbar für eine schützende Hülle aus Vlies. Dieser Mantel bewahrt die Blätter vor der gefährlichen Wintersonne und sorgt gleichzeitig für eine etwas höhere Bodentemperatur – vorausgesetzt, es wird ein atmungsaktives Material wie Jute verwendet. Bei reinen Kunststoffhüllen droht schnell Fäulnis durch Kondenswasser. Eine Mulchschicht am Boden bewahrt vor zu tiefem Durchfrieren. Sensible Stauden wie Pampasgras überstehen die kalte Jahreszeit optimal, wenn man sie in Schilfmatten hüllt. Rasenflächen sollte man bereits bei Raureif nicht mehr betreten, erst recht nicht bei Frost. An den Bruchstellen gefrorener Halme entstehen sonst schnell Faulstellen.
Gutes, ordentliches Werkzeug ist die Voraussetzung für leichtes und sicheres Arbeiten. Die Pflege von Gartengeräten ist weder aufwändig noch kostenintensiv. Alle Gerätschaften werden gründlich gesäubert und dann an einem luftigen, trockenen Ort aufbewahrt. Metallteile lassen sich hervorragend mit einer Schicht aus Leinöl gegen Rost schützen. Spatenkanten, Hacken und Scheren leisten noch bessere Dienste, wenn sie per Feile, Winkelschleifer oder Abziehstein geschärft werden. Fürsorge ganz anderer Art brauchen die gefiederten Freunde im Winter. Wer sich sommers über ihre Anwesenheit freut, kann davon etwas zurückgeben indem er ein Vogelhäuschen aufbaut. Regelmässig gesäubert und mit frischem Futter befüllt hilft es den Vögeln über diese harte Zeit.
Natürlich bietet sich der Winter geradezu dazu an, ausgiebig in Bestellkatalogen für Pflanzen, Blumenzwiebeln und Sämereien zu studieren. Welcher Garten ist schon perfekt, und erst die Veränderung und Erweiterung sorgt für wirkliche Abwechslung. Ob ein neues Kräuterbeet, wuchsfreudige Kletterranken fürs Gartenhaus oder exotische Obst- und Gemüsesorten – schon das Durchblättern der Versandhefte und Zeitschriften ist inspirierend. Wer jetzt in Ruhe plant und dabei auf Aufzeichnungen des vergangenen Jahres zurückgreifen kann ist später klar im Vorteil. Wechselnde Beetbelegungen und Neupflanzungen lassen sich in dieser Phase perfekt organisieren.
Meist ist es Februar, wenn sich endlich ein Ende des Winters erkennen lässt. Mit steigenden Temperaturen zieht es jeden Gärtner unweigerlich ins Freie, schon um nach dem Rechten zu sehen. Erfrorene Triebspitzen müssen entfernt werden, Sommerblüher vertragen jetzt einen wuchsanregenden Rückschnitt. Während der Rasen noch der Schonung bedarf, können die Beete fürs neue Gartenjahr schon vorbereitet werden. Reste der Vorjahrespflanzung werden entfernt, der Boden oberflächlich aufgelockert. Auch eine erste Schicht Kompost kann zum Winterende hin aufgetragen werden. Spätestens wenn man mit den ersten Saattütchen und Anzuchtschalen vom Einkaufen nach Hause kommt, ist er überstanden – der Winter im Garten. Und dann beginnt ein neues, blühendes, arbeits- und ertragreiches Jahr im Grünen.
Text: Claudia Eichhorn