Kürbis – Die grösste Beere der Welt

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Kürbis – Die grösste Beere der Welt

Jetzt sind sie wieder in den Regalen der Gemüseabteilung zu finden, die «grössten Beeren der Welt»: Kürbisse. Streng botanisch betrachtet ist der Kürbis nämlich ein Beerenobst. Manche Sorten können bis zu 500 kg schwer werden. Gab es einst nur den heimischen Speisekürbis zu kaufen, so kann man heute Kürbisse in verschiedensten Formen und Farben erstehen. Von Spaghettikürbis bis zum sehr beliebten Hokkaidokürbis ist die Vielfalt enorm. Geschmacklich ist der Kürbis mittlerweile vor allem bei Feinschmeckern sehr beliebt, galt er früher doch nur als Arme-Leute-Essen oder wurde als Tierfutter verwendet. Aus den Kürbissen lassen sich leckere und vor allem gesunde Speisen wie Suppen, Chutneys, Marmeladen und Strudel bereiten. Ebenso eignet der Kürbis sich gut zum Sauer-Einlegen oder als Fülle für Ravioli. Dem kulinarischen Genuss sind wahrlich keine Grenzen gesetzt.

Kalorienarmes Gemüse mit grosser Wirkung

Der Kürbis ist ein sehr kalorienarmes Gemüse, welches kaum Fett und Cholesterin enthält, jedoch eine Vielzahl an Vitaminen und Mineralstoffen wie Vitamin A, das besonders wichtig für die Augen ist und Vitamin C, das unser Immunsystem schützt und stärkt. Ebenso wird Kürbissen eine harntreibende, entzündungshemmende Wirkung nachgesagt, welche durch einen hohen Gehalt an Kalium und wenig Natrium sowie grossen Mengen an Eisen, Phosphor und Zink hervorgerufen wird. Erwähnenswert ist auch noch die Kieselsäure, die sich günstig auf Bindegewebe, Haut und Haar auswirkt sowie die reichlichen Ballaststoffe. Kürbisse werden in der Medizin vor allem bei Beschwerden beim Wasserlassen und zur Stärkung der Prostata eingesetzt. Auch die Traditionelle Chinesische Medizin und die Schamanen schätzten vor Jahrhunderten schon seine Wirkung bei Problemen mit der Blase, der Leber und den Nieren. Im Jahr 2005 wurde der Kürbis sogar zur «Arzneipflanze des Jahres» gewählt.

Leckeres Kürbisgemüse selbst gemacht

Um sich ein schmackhaftes Kürbisgemüse zuzubereiten, bedarf es nur weniger Handgriffe. Schälen Sie ½ kg Kürbis, entkernen Sie ihn und schneiden Sie ihn nudelig. Dann salzen Sie den Kürbis und mengen etwas Kümmel unter - dieser macht den Kürbis noch bekömmlicher. Das ganze lassen Sie kurz anziehen. Danach schneiden Sie eine Zwiebel fein, schwitzen diese in etwas Butter an und geben anschliessend den Kürbis bei. 1 Becher saure Sahne mit 1 EL Mehl, 1 TL Paprikapulver und wenig Wasser glatt rühren, zum Kürbis giessen und den Kürbis weich dünsten lassen. Schmeckt vorzüglich zu gekochtem Rindfleisch oder mit etwas Schwarzbrot.

Das schwarze Gold

Von den Kürbissen kann nicht nur das Fruchtfleisch verwendet werden. Auch die Kerne und das daraus gewonnene Öl strotzen nur so von gesunden Eigenschaften. In der Steiermark, dem zweitgrössten Bundesland Österreichs, werden spezielle Ölkürbisse gezüchtet, aus deren Kernen dann das Kürbiskernöl, das so genannte schwarze Gold, gewonnen wird. Kürbiskernöl hat ein kräftiges, nussiges Aroma und ist mittlerweile weit über die Landesgrenzen bekannt und beliebt. Es passt perfekt zu fast allen Kürbisgerichten und schmeckt hervorragend auf Blattsalaten. Die Kerne des Ölkürbisses werden zudem in Gebäck und Mehlspeisen verarbeitet,  geröstet über Salate gestreut oder gesalzen als gesundes Knabbergebäck vernascht.

Zweckerfüllende Hülle

Auch die Hülle von Kürbissen muss nicht ungenutzt bleiben. Ein Riesenspass für Kinder ist das Kürbis schnitzen – sie auszuhöhlen, schaurige Gesichter hinein zu schnitzen und dann von innen mit Kerzen zu beleuchten. Sie sind die Vorboten der dunklen, kalten Jahreszeit. Dieser alte US-amerikanische Brauch zu Halloween hat mittlerweile auch in Europa Einzug gehalten. Ebenso dienen ausgehöhlte Kürbisse als kreative Suppentöpfe, mit welchen Sie Ihren Gäste bestimmt imponieren können. Das Fruchtfleisch wiederum können Sie für leckere Speisen verwenden. Der Kürbis ist somit in allen Belangen wahrlich ein Tausendsassa.
 
Text: Lisa Roth