Nützliche Helfer im Garten: Regenwürmer

Bewerte diesen Artikel

5 Bewertungen

 

Nützliche Helfer im Garten: Regenwürmer

Ob als Angelköder oder spektakuläre Mutprobe in der Jugend: Jeder ist irgendwie, irgendwann und irgendwo schon einmal mit Regenwürmern in Berührung gekommen. Sie gehören zu den bekanntesten und beliebtesten tierischen Gartenhelfern. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Unermüdlich tragen sie zur Regeneration des Bodens bei und sind deshalb ein sichtbares Zeichen für eine ausgesprochen gute Bodenqualität.

Der Wurm und der Regen

Wie der Wurm zu seinem Namen kam ist bis heute umstritten. Sprachwissenschaftler führen die Bezeichnung des Regenwurms auf das Mittelalter zurück, in der man ihn als «regen», also fleissigen Wurm bezeichnete. Wahrscheinlicher ist jedoch die Annahme der Biologen, wonach sich die Bezeichnung auf sein Verhalten bezieht. Bei starkem Regen schnellen die Würmer an die Oberfläche um sich vor dem Ertrinken zu retten, weil sich ihre feinen Erdgänge mit Wasser füllen.

Der Nutzen

«Nur der liebe Gott weiss, wie man fruchtbare Erde macht, und er hat sein Geheimnis den Regenwürmern anvertraut.» Was französische Bauern als Weisheit seit altersher behaupten, bestätigte selbst Charles Darwin. Regenwürmer fördern beständig Erde aus den tieferen Bodenschichten an die Erdoberfläche und tragen dadurch zur Auflockerung und Belüftung des Bodens bei. So kann Wasser leichter bis ins tiefere Erdreich sickern. Dies wiederum fördert das Pflanzenwachstum.

Allesverwerter

Die weitverbreitete Annahme, dass Regenwürmer sich von Erde ernähren, stimmt nur ansatzweise. Der Regenwurm verwertet neben verrottenden Pflanzenresten vor allem Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien, die in humusreichen Böden vorkommen. Dabei beweisen Regenwürmer eine unvermutete Intelligenz: Die nachtaktiven Würmer ziehen in der Dunkelheit gezielt Blätter und Keimlinge in ihre Gänge und lassen sie dort verrotten, um sich so einen Nahrungsvorrat anzulegen. Die angelegten Vorräte sorgen zusätzlich für eine Durchsetzung des Bodens mit wertvollem Humus.

Tipps und Trends

Charles Darwin berechnete, dass Regenwürmer auf einer Weidefläche von 6 Hektar jährlich bis zu 25 Tonnen Erde aus tieferen Bodenschichten ans Tageslicht fördern. Diese Rekordleistung machen sich auch immer mehr Gärtner zunutze und fördern die Regenwurmpopulation zum Beispiel durch gezieltes Untermengen von Laub in Blumen- und Gemüsebeeten. Auch das Anlegen von Komposthaufen als Gegentrend zur Bio-Tonne kommt wieder in Mode. Tipp: Regenwürmer kann man mittlerweile in jedem guten Zoofachhandel kostengünstig erwerben und seinem Kompost beimengen.

Fazit

Regenwürmer sind wichtiger Bestandteil des Ökosystems und unterstützen den Gärtner unbemerkt aber effektiv bei der Gartenpflege. Wer also viele Regenwürmer bei der Gartenarbeitet findet, kann deren Anwesenheit als Honorierung seiner guten Gartenarbeit sehen.

Text: Daniel D. Eppe