Nützlicher Insekten- und Wurmfresser: Der Igellesenswert!

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Nützlicher Insekten- und Wurmfresser: Der Igel

Autofahrer aufgepasst, ab Ende März ist der Winterschlaf vorbei.
Die kleinen stacheligen Gesellen sind wieder unterwegs und bald wieder gern gesehener Gast in heimischen Gärten.

Vorkommen

Wer öfter Besuch von Igeln bekommt, kann sich freuen. Sie sind Indikatoren für ein ausgewogenes Ökosystem und sind deshalb eher in naturnah gestalteten Gärten als auf buchsbaumgerahmtem Englischem Rasen zu finden. Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Der insektenfressende Winterschläfer gehört zu den ältesten noch existierenden Säugetierformen und war ursprünglich ein ausgesprochenes Waldtier. Mittlerweile gehört der Igel aber zu den Kulturfolgern und sucht – aufgrund des erhöhten Nahrungsaufkommens – gezielt die Nähe von menschlichen Siedlungen. Wie in den meisten Kulturländern, ist der Igel auch in der Schweiz geschützt.

Der Igel als nützlicher als Fressfeind

Entgegen der weitverbreiteten Meinung, dass Igel fast alles fressen, ernähren sie sich ausschliesslich von Insekten und Würmern. Pflanzliche Nahrung nehmen die Stacheltiere eher «nebenbei» auf, wenn sie zum Beispiel in Obst Insektenlarven vermuten. Mit ihrem feinen Geruchssinn erspüren Igel so ziemlich alles, auf das der Gartenfreund in der Regel liebend gerne verzichtet. Neben den gefrässigen Larven des Maikäfers und den Engerlingen gehören vor allem Schnecken und Raupen zu ihren absoluten Favoriten.

Der grösste Irrtum: Die Zufütterung

Igel sind Überlebenskünstler und suchen sich – wie alle Wildtiere – ihre Nahrung selbst. Deshalb sollte man nur in Ausnahmefällen zusätzlich füttern. Wenn man sich nicht sicher ist, halten mittlerweile viele Tierärzte und -heime, sowie kommunale Träger umfangreiches Informationsmaterial bereit. Auf gar keinen Fall sollte man zur Zufütterung Milchprodukte verwenden. Diese führen nicht selten zu tödlichen Durchfällen und Koliken bei den nützlichen Gartenhelfern. Besser geeignet ist mit Trockenfutter vermengtes Katzenfutter. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass solche Futterstellen auch ungebetene Gäste in den Garten locken können.

Igel-Hilfe

Wer Igel in seinen Garten locken will, muss die Kunst des «Liegenlassens» lernen: Beliebte Rückzugsmöglichkeiten von Igeln sind Laubhaufen, verwachsenes Buschwerk und Naturwiesen. Übrigens: Die meisten Igel sterben nicht durch ihre natürlichen Feinde, die Greifvögel, sondern ungewollt beim menschlichen Ordnungswahn durch Rasenmäher oder Heugabel. Stösst man ungewollt bei der Gartenarbeit auf einen schlafenden Igel, ist man gut beraten, ihn einfach mit Laub zu zudecken. In der Regel sucht der Igel dann nachts von allein das Weite.

Fazit

Wenn es in den Abendstunden im Garten schnauft, hustet oder schnarcht, dann ist der lautstarke Verursacher nicht etwa ein ungebetener menschlicher Besuch sondern: Der Igel. Wenn Ihr Garten für Igel ein beliebtes Ausflugsziel darstellt, dann können Sie sich über dieses ökologische Prädikat freuen. Die kleinen Gesallen halten den Garten frei von Schnecken sowie anderen unerwünschten Insekten und machen damit den Einsatz von Schneckenkorn und anderen Insektengiften überflüssig.

Text: Daniel D. Eppe