Jahreszeiten – Der Rhythmus der Natur

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Jahreszeiten – Der Rhythmus der Natur

Die Phänologie befasst sich mit dem periodischem Jahresablauf von Wachstum und Entwicklung aller Pflanzen – ob nun im Garten oder in der freien Natur. Innere und äussere Einflüsse beeinflussen das Keimen oder das Blühen von Pflanzen. Wann was passiert, zeigt der «phänologische Kalender».

Innere und äussere Einflüsse bestimmen die Entwicklung der Pflanzen

Wann und wie Pflanzen jeglicher Art wachsen, keimen oder blühen, hängt von vielen Faktoren ab. Nicht nur die äusserlichen Umstände wie die aktuellen Witterungseinflüsse, Temperatur oder Niederschlag sind bestimmend über die Pflanzenentwicklung. Auch innere Werte sind entscheidend: Wie gesund ist die Pflanze, wie war das Wachstum im vergangenen Jahr oder wie hat sich das Wetter in den vergangenen Monaten entwickelt. All diese Faktoren spielen eine wesentliche Rolle für die zeitliche Entwicklung aller Pflanzen. Beginnen die ersten «Zeigerpflanzen» ihre Blüten der Sonne zu zeigen, beginnt der phänologische Kalender, nach dem sich der die Entwicklung aller folgenden Pflanzen bestimmen lässt.

Der Garten im Rhythmus der Jahreszeiten

Aus phänologischer Sicht ist das Jahr nicht nur in vier, sondern in zehn Jahreszeiten aufgeteilt. Diese verschiedenen Jahreszeiten vom Vorfrühling bis hin zum Winter sind allerdings nicht an feste Termine gebunden, sondern werden durch den jeweiligen Entwicklungsstand verschiedener Pflanzen bestimmt. Der Vorfrühling, also die erste Jahreszeit des phänologischen Kalenders, wird durch die Blüte von Märzenbechern oder Haselsträuchern angezeigt. Das gesamte Jahr hindurch wird der Kalender immer wieder auf den neuesten Stand gebracht. Zwar weiss man aus der Erfahrung, wie lange es etwa dauern wird, bis die nächste Jahreszeit einsetzt, kleine Änderungen im Klima oder in den Bedingungen, die zum Wachstum entscheidend sind, können die vorhergesagten Zeiträume jedoch verschieben.

Die Jahreszeiten verschieben sich jedes Jahr

Schon seit dem 19. Jahrhundert zeichnet man die Entwicklung des phänologischen Kalenders alljährlich auf. So konnte man nicht nur seit langer Zeit voraussagen, wann welche Entwicklungen in Garten und Natur stattfinden, man hat sozusagen nebenbei eine andere interessante Entwicklung bemerkt: Die Jahreszeiten verschieben sich immer weiter nach vorn. Nach den Zeigerpflanzen des phänologischen Kalenders beginnt der Frühling heute in den letzten Februartagen, vor rund 200 Jahren lag dieser Termin noch in den ersten Apriltagen.

Wie ermittelt man die Jahreszeiten konkret?

Die konkrete Ermittlung der phänologischen Jahreszeiten erfordert lediglich ein strenges Auge des Pflanzenexperten. Er kennt die so genannten Zeigerpflanzen wie beispielsweise den Märzenbecher als Zeigerpflanze für die erste Jahreszeit. Aus Erfahrung kann er grob den Zeitraum einschätzen, wann die entsprechenden Pflanzen voraussichtlich die ersten Blüten treiben werden. Er beobachtet nun in kurzen Intervallen das Fortschreiten der Entwicklung der Pflanze und legt damit den Beginn der jeweiligen Jahreszeit fest. Natürlich unterscheiden sich je nach Region diese Termine mehr oder weniger stark. Die eigentlichen phänologischen Jahreszeiten verschieben sich also je nach Klimazone und gelten daher jeweils als regional.

Fazit

Der phänologische Kalender ist ein interessantes Hilfsmittel um die jährlich wieder stattfindende Entwicklung der Pflanzenwelt in Garten und Natur zu bestimmen. Auch Klimaforscher interessieren sich für diese Entwicklung, da sie die jährlich voranschreitende Verschiebung in die frühen Monate des Jahres berücksichtigen können. Hobbygärtner und Naturfreunde hingegen nutzen den phänologischen Kalender, um die optimalen Zeitpunkte zur Aussaat ihrer Pflanzen zu bestimmen.
 
Text: Daniel D. Eppe