Punkt für Punkt biologisch: Marienkäfer

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Punkt für Punkt biologisch: Marienkäfer

Jeder Punkt steht für eine Tugend der Gottesmutter Maria. Schon im Mittelalter wussten die Menschen den im deutschen Sprachraum vertretenen 7-Punkt-Marienkäfer als Helfer im Garten zu schätzen. Aufgrund dessen sahen sie ihn als Geschenk der himmlischen Mutter Jesu und gaben ihm seinen Namen.

Mikrokosmos Coccinellidae

Der Marienkäfer (lat. Coccinellidae) ist weltweit mit 5500 Arten vertreten - allein in Europa kennt man 75 Gattungen mit über 250 Unterarten des Marienkäfers. Dabei haben alle Arten eines gemeinsam: Die Punkte, die jedoch nach Gattung und Untergattung farblich variieren können. So gibt es neben den bekanntesten schwarz auf rotem Grund gepunkteten Marienkäfer alle erdenklichen Farbkombinationen, wie beispielsweise den schwarz auf gelbem Grund gepunkteten Vertreter der Gattung.

Nutzen im Garten

Die meisten Marienkäferarten haben es hauptsächlich auf den Albtraum jeden Gärtners abgesehen: Blatt- und Schildläuse. Dabei arbeitet der Marienkäfer als Schädlingsbekämpfer äusserst effizient. Im Laufe eines Käferlebens fallen ihm mehrere tausend Blattläuse und deren Gelege zum Opfer. Am gefrässigsten ist der Käfer im Larvenstadium, in dem er bis zu 50 Schädlinge vertilgt. Neben den Blattläusen bekämpft der Marienkäfer aber auch Wanzen, Fransenflügler, Spinnmilben und gelegentlich auch die Larven von Blattwespen, anderen Käfern und sogar Schmetterlingen. Aufgrund dieser Eigenschaft wird der Marienkäfer auch gezielt für die biologische Schädlingsbekämpfung gezüchtet.

Kommen

Marienkäfer, beziehungsweise deren Larven, kann man mittlerweile im gutsortieren Tierfachhandel oder via Internet erwerben. Allerdings kann man sich diese Mühe auch sparen, immerhin ist der Tisch an Blattläusen und anderen Schädlingen in den meisten Gärten ungewollt reich gedeckt. So stellen sich schon nach kurzer Zeit Marienkäfer auf ganz natürlichem Wege ein. Wer ihnen dann im Herbst noch Überwinterungs-Möglichkeiten wie kleine, windgeschützte Laubhaufen bereit hält, kann sich der tatkräftigen Arbeit der kleinen Helfer in der Gartensaison sicher sein.

Glücksbringer und Volksglauben

Dass die Anzahl der Punkte das Alter der einzelnen Käfer angibt, ist ein weitverbreiteter Irrtum. Vielmehr sind die Punkte Charakteristika der einzelnen Gattungen und Unterarten. Wie viele Punkte der Marienkäfer auch aufweist: Die bekannteste Art, rot mit schwarzen Punkten gilt seit jeher als Glückssymbol. In der Kunst, sowie auf Glückwunschkarten und Briefmarken ist er deshalb besonders beliebt. Lebend gelten Marienkäfer in Südfrankreich sogar als Hochzeitsboten.

Fazit

Mit seinen im deutschen Sprachraum zahlreichen regionalen Bezeichnungen ist der Marienkäfer ohne Zweifel der beliebteste Gartenhelfer, wenn es um die biologische Schädlingsbekämpfung geht. Das ist auch nicht verwunderlich – immerhin freut jeder, wenn ihm das Glück sogar bei der Bekämpfung von ungeliebten Gästen im Garten hilft.

Text: Daniel D. Eppe