Winter: Vögel füttern – Aber richtig!
Eisige Kälte und eine dicke Schneedecke stellen die Vögel, die nicht in den Süden gezogen sind, vor ein grosses Problem: Wo bekommen sie genügend Futter her? Die mit Samenkörnern, Meisenknödel und köstlichen Äpfel versehenen Vogelhäuschen in den Gärten der wohltätigen Menschen stellen für sie daher einen wahren Segen dar. Meint der Vogelfreund es damit auch gut, so muss er aber dennoch einiges zur richtigen Vogelfütterung wissen, um seinen gefiederten Freunden nicht zu schaden.
Winterfütterung umstritten
Mit der Fütterung der heimischen Wildvögel greift der Mensch streng genommen in die natürlichen Abläufe der Tierwelt ein, sagen Experten. Damit bringt er das Gleichgewicht nach den Lehren Darwins durcheinander – nämlich, dass nur die Starken überleben dürfen. Zudem sei das gekaufte Vogelfutter meist nicht artgerecht und würde somit dem Federvieh nicht gut bekommen.
Gemütlich: Vogelhäuschen beobachten
Der Kritik der Vogelexperten zum Trotz sitzen ganze Scharen von Omas, Opas, Kindern und natürlich Stubentiger von Herzen gern am Fenster und beobachten die verschiedenfarbigen Vögel beim Landen und Verlassen des Vogelhauses. Eine Fütterung der Vögel im Winter sollte – anderen Vogelforschern zufolge – im massvollen Ausmass unbedenklich sein. Man muss eben nur ein paar Grundregeln beachten, um den Vögeln mit der Winterfütterung auch wirklich zu helfen und nicht zu schaden.
Wichtig: Vogelhaus-Hygiene & Fütterzeit
Bei der Vogelfütterung geht es nicht nur darum, das richtige Vogelfutter auszuwählen, sondern auch darum, das Vogelhaus trocken und sauber zu halten. Nasses, aber vor allem mit Vogelkot verschmutztes Futter führt zu ernsthaften Krankheiten. Auch eine genaue Fütterzeit muss eingehalten werden.
Tipps zum Füttern von Vögeln im Winter
- Das Vogelhaus regelmässig mit heissem Wasser säubern und mit Desinfektionsmittel aus dem Zoogeschäft desinfizieren! Es empfiehlt sich dabei, Gummihandschuhe überzuziehen.
- Geeignete Behältnisse sollen das Vogelfutter trocken und sauber halten.
- Das Vogelhaus sollte zum einen von Bäumen und Sträuchern umsäumt sein, damit die Vögel im Notfall Zuflucht finden. Andererseits sollte das Buschwerk nicht allzu nahe am Vogelhaus wachsen, damit es hungrigen Feinden wie z.B. Minka, Sally und Maunzi keine Möglichkeit zum unbemerkten Anschleichen und Lauern gibt.
- Bitte regelmässig füttern! Die Vögel gewöhnen sich daran.
- Als Vogelfutter eignen sich Samenkörner, Nüsse, Meisenknödel und Obst wie z.B. in Spalten geschnittene Äpfel.
- Bitte keinesfalls Essensreste (schon gar nichts Gesalzenes oder Gewürztes), Brot oder reines Fett füttern!
- Nur bei hart gefrorenem Erdboden oder Schneedecke füttern! In milderen Zeiten finden sich die Vögelchen ihr Futter selbst – und das sollen sie auch!
- Als Fütterzeit wird längstens bis Februar/März empfohlen. Zum Ende der kalten Winterzeit hin sollte die Futtermenge langsam verringert werden, damit sich die Vögel wieder auf die Selbstversorgung umstellen können. Und das müssen sie unbedingt.
- Als natürliche Futterquelle eignen sich zudem Sträucher im Garten, deren Samen auch im Winter noch für volle Vögelbäuche sorgen. Hierzu empfiehlt es sich, Sträucher wie z.B. Berberitze, Brombeere, Vogelbeere, Schwarzen Holunder oder die Felsenbirne zu setzen sowie Wildkräuter und Wildblumen wie Disteln, Kletten, Beifuss oder Brennnesseln.
- Eine weitere natürliche Futterquelle sind Obstbäume, die man nicht vollständig abpflückt, sondern an denen man einfach ein paar Äpfel, Birnen, etc. an den Ästen hängen lässt.
Fazit
Das Füttern der Vögel im Winter gibt den Menschen das Gefühl, etwas Gutes zu tun – und die Vögel nehmen es dankbar an. Sie machen im Gegenzug den Menschen Freude, indem sie sich – freiwillig, oder nicht – beim Aufpicken der Körner und beim An- und Abfliegen beobachten lassen. Wichtig ist dabei eben vor allem die Vogelhaus-Hygiene, das geeignete Vogelfutter und das strenge Einhalten der Winterfütterzeit.
Text: Manou Rade