
Himmelbetten sind grundsätzlich herkömmlichen Betten ähnlich. Ihre Besonderheit liegt in der Baldachin-Konstruktion. Das bedeutet, die vier Bettpfosten sind oftmals über zwei Meter hoch und wiederum durch vier Streben miteinander verbunden. An diesen Streben können nahezu alle erdenklichen Arten von Stoffen angebracht werden, ähnlich wie Gardinen oder Vorhänge an eine Gardinenstange. Je nach persönlichem Geschmack besteht die Möglichkeit den Himmel offen zu lassen oder auch hier noch einen Stoff zu spannen, den Betthimmel, um das Gesamterlebnis abzurunden.
Die Blütezeit der Himmelbetten liegt schon weit zurück, im Mittelalter. Hier wurde es über Tag als Sitzgelegenheit genutzt. Nachts zog man die Vorhänge zu und die Sitzgelegenheit verwandelte sich in einen romantischen Ruheplatz. Zudem dienten die Vorhänge seinerzeit nicht nur dem Schutz der Intimität sondern auch um die Wärme zu halten. Im Laufe der Zeit wurden die Betten grösser und geräumiger, die verwendeten Materialien für Bettgestell und der Vorhänge hochwertiger und feiner, Schnitzereien und Verzierungen immer kunstvoller und aufwändiger. Mit den Jahren verschwanden die kunstvollen Verzierungen auch wieder, die Betten wurden schlichter und aus einfacheren Materialien gefertigt. So wurden die Betten für jedermann erschwinglich und man gelangte letzten Endes zu der Massenproduktion, wie man sie heute kennt.
Himmelbetten werden heutzutage im Wesentlichen aus Metall oder Holz gefertigt. Preiswerte Modelle in gängigen Grössen sind bereits für zweistellige Beträge zu bekommen. Daher ist ein Himmelbett preislich absolut kein Luxusartikel mehr wie im frühen Mittelalter, sondern eigentlich nur noch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Die Vielfalt an Vorhängen und Stoffen ist geradezu grenzenlos, so dass jeder sein Himmelbett einzigartig und individuell gestalten kann. Ganz egal, ob man schwere oder luftige Stoffe bevorzugt, etwas Schlichtes oder Stickereien mit Spitze, ganz gleich, welche Farbe und Muster – der Handel hat praktisch für jeden etwas Passendes parat.
Ein Himmelbett schafft eine fürstliche und zugleich traumhaft schöne Kulisse in einem Schlafzimmer, wie es kein anderes Bett vermag. Die intime und geborgene Stimmung, die es durch seine Bauweise mit Betthimmel und Vorhängen schafft, ist einzigartig. Ganz gleich, ob man nur kurz ein Nickerchen machen oder ein Buch lesen will oder ob man einen gemütlichen Abend zusammen mit dem Partner romantisch ausklingen lassen möchte, in einem Himmelbett kann man eigentlich gar nicht anders als sich wohl zu fühlen. Eine schöne Idee ist es, einen leichten Stoff für den Betthimmel zu verwenden und darauf eine nicht zu grelle Lichterkette zu platzieren. So kann man sich mit geringem Aufwand einen «Sternenhimmel» in die eigenen vier Wände zaubern, der zum Träumen einlädt.
Auch die Kleinen können schon viel Freude an einem Himmelbett haben, es ist nichts was nur Erwachsenen vorbehalten bleibt. So kann man für einen Jungen ein Himmelbett mit entsprechenden Stoffen zu einer Räuberhöhle oder einer Ritterburg gestalten, wodurch der allabendliche Gang ins Bett doch gleich viel mehr Spass macht. Ein weisses Himmelbett kombiniert mit leichten Stoffen in Rosatönen hingegen macht aus jedem kleinen Mädchen eine richtige Prinzessin und ist ein echter Hingucker, wenn einmal Ihre Freundinnen zum Spielen herüberkommen.
Ganz egal, ob gross oder klein, ein Himmelbett kann für jeden das Richtige sein. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind aufgrund der Vielzahl an Bettgestellen und Stoffen quasi grenzenlos, so dass jeder sein individuelles Kuschel-Paradies schaffen kann. Himmelbetten sind schon für wenig Geld zu bekommen, die persönliche Ruhe-Oase ist also kein Luxus mehr!
Text: Daniel D. Eppe