
Die bekannte Stylistin und Gestalterin Nicole von Boletzky hat sich dem Thema Einzelpflanzen angenommen und zeigt auf, dass der altbackene Touch beschriebener Beispiele nicht mit der Pflanze selbst zu tun hat, sondern mit dem gestalterischen Zusammenhang, in welchen man sie stellt.
Die Künstlerin Nicole von Boletzky hat in ihrer Erforschung der Formen festgestellt, dass eine Massnahme zum Verdecken eines Blumentopfes sicher nötig ist, die Zeiten aber vorbei sind, dies nur mit einem Übertopf zu vollziehen. Rindenschichtungen z. B. stellen nicht nur eine Abdeckung dar, sie haben auch einen gestalterischen Mehrwert. Topfverkleidungen aus Naturmaterialien gelten als zeitgemässe Möglichkeiten, dem Übertopfproblem zu begegnen. Rinden, Moose, Blätter oder andere Floralien werden mit Heisskleber an das Gefäss geklebt. Wichtig: Die Materialien müssen trocken sein, sonst hält der Kleber nicht.

Was man früher in eher unschönen Plastikampeln aufhängte, wird neu in Szene gesetzt: Mit einem markanten Stück Holzrinde, welches zuerst mit Gips im Gefäss befestigt wurde, entsteht eine natürliche Wand, über welche die Hängepflanze sich ausbreiten kann. Die Pflanze selbst befindet sich in ihrem Originaltopf im Inneren des Arrangements.

Degradierte Blumen werden dank neuem Kontext zu etwas Einzigartigem. Der Trick hier: Man nehme ein ganz normales Pflänzchen und behandle es wie etwas ausserordentlich Wertvolles, beispielsweise anhand eines Holzrahmens. Für gewöhnlich werden nur kostbare Dinge eingerahmt, um sie angemessen zur Schau zu stellen, sie zu schützen oder zusätzlich aufzuwerten. Das Spannungsmoment dieser Idee liegt darin begründet, dass Pflanzenwesen zu Ehren kommen, die sich das nicht gewohnt sind. Grüner Setzkasten Die Fensterrahmenidee lässt sich mit verschiedenen Ausschnitten und Pflanzen realisieren und erinnnert damit fast schon an einen Setzkasten.