Die Hochzeitsnacht – in heimischen oder fremden Kissen?

Bewerte diesen Artikel

1 Bewertung

 

Die Hochzeitsnacht – in heimischen oder fremden Kissen?

Auch heute noch ist sie etwas ganz besonderes – die erste gemeinsame Nacht als Ehepaar. Falls man nicht direkt im Anschluss an die Feier auf Hochzeitsreise geht, zelebriert man sie wohl im - sagen wir einmal - klassischen Sinne. Doch während die einen sich beseelt in die eigenen vier Wände zurückziehen, geniessen die anderen die Magie des Augenblicks im Hotel. Wofür man sich letztlich entscheidet, hängt von vielerlei Umständen ab.

Daheim ist daheim…

Nicht wenige Menschen schätzen die Vertrautheit und das wohlig-anheimelnde Gefühl des eigenen Schlafzimmers. Man fühlt sich sicher, geborgen und so richtig angekommen im gemeinsamen Leben. Den Weg zur Dusche oder zum Kühlschrank findet man auch im Dunkeln, vielleicht hatte man ja auch noch Gelegenheit, die eine oder andere romantische Überraschung vorzubereiten. Besonders, wenn im Wohnort gefeiert wird, erscheint es vielen frisch gebackenen Eheleuten arg umständlich, nach der Feier noch meilenweit in ein Hotel zufahren, zumal die eigenen und auch noch kostenlosen Kissen so nah sind.

Nachteile der heimischen Hochzeitsnacht

Die Kehrseite der Medaille zeigt uns ein von den Hochzeitsvorbereitungen verwüstetes, wenig sinnliches Schlafgemach, in dem «ihr» Morgenrock neben «seinen» Pantoffeln liegt und Lockenwickler fröhlich übers Bett kullern. Falls nicht hilfreiche Elfen im Spiel sind, kann dem Brautpaar angesichts dessen schnell jegliche Lust auf die Hochzeitsnacht vergehen. Aufregendes Geprickel kommt im trauten Heim eventuell nicht ganz so leicht auf, und man ist keinesfalls sicher vor den ach so originellen Streichen der lieben Gäste. So richtig exklusiv fühlt sich das – nunmehr ja eheliche – Miteinander vielleicht auch nicht an, wenn das Telefon oder die Türglocke jederzeit läuten könnte und man weiss, dass einem am nächsten Morgen niemand die Folgen der «Kissenschlacht» aufräumt, abgesehen von einem selbst.

Weit weg und ganz bei einander…

Einen besonderen, sorglosen, vielleicht luxuriösen Rahmen verleiht man der Hochzeitsnacht sicher bei einer Übernachtung im Hotel. So wie jede Märchenprinzessin in ein Schloss geführt wird, möchte manche Braut eben die ganz persönliche Eheschliessung in einer Nobelherberge oder einem verschwiegenen, einsamen Landhotel vollziehen. Unvergesslich wird das Erlebnis sicher durch Annehmlichkeiten wie Roomservice und eine gewisse Anonymität. Ausserdem kann man sich hier wirklich ungestört wähnen – es sei denn, man hat dummerweise alle Gäste eingeweiht. Und wie schön ist es, am 2. und 5. und 15. und 50. Hochzeitstag an den Ort des Geschehens zurückzukehren und erneut zu feiern!

In der kalten, teuren Fremde

Wenn schon Hotel, dann richtig! So lautet wahrscheinlich das Motto bei vielen Brautleuten, denn wer will schon in irgendeiner Absteige seine Hochzeitsnacht verbringen?! Die nächtliche Flucht aus dem Alltag ist daher oft recht kostenintensiv, was bei einem kleineren Hochzeitsbudget schwer zu Buche schlagen kann. Einer geniesst die Anonymität und Abgeschiedenheit in vollen Zügen, ein anderer fühlt sich überhaupt nicht wohl in der fremden Umgebung. Sensible Naturen leiden vielleicht unter fremden Gerüchen, Geräuschen und Gesichtern, können gar nicht recht entspannen und wünschen sich sehnlichst ins eigene Federbett. Die Sorge, in benachbarten Zimmern gehört zu werden, spielt mitunter auch eine entscheidende Rolle.

Die goldene Mitte

Die Hochzeitsnacht soll beiden Partnern ein Eheleben lang in wunderschöner Erinnerung bleiben, der Ort des Geschehens muss beiden gefallen. Wer fernab der Heimat heiratet, hat hier keine Wahl, wollte es ja aber wahrscheinlich auch so haben. Alle anderen machen sich eben auf die Suche nach dem passenden Plätzchen – ganz nach den eigenen Bedürfnissen und Wünschen. Es gibt auch zwischen Hotel und Haus einige Optionen – vielleicht stellen ja Freunde oder Verwandte ihr Garten- oder Ferienhaus zur Verfügung? Es soll auch Paare geben, die selig und voller Hingabe in einer Berghütte, im Zelt oder Wohnanhänger genächtigt haben. Glücklich macht, was gefällt – dies gilt auch (vielleicht ganz besonders) für die Hochzeitsnacht.

Text: Claudia Eichhorn