
Noch vor einigen Jahren stellte sich die Frage nicht, ob ein DJ oder Live-Musik zur Hochzeit ausgewählt werden soll. Die Live-Musik in Form einer Kapelle oder eines Alleinunterhalters war der Standard für viele Jahre. Erst in den letzten Jahren kam mehr und mehr der DJ ins Spiel. Der Grund ist wohl vor allem die deutlich grössere Auswahl an Musiktiteln. Je nach Wunsch des Hochzeitspaares können die Stilrichtung der Musik und einzelne Titel im Vorfeld genauestens abgestimmt werden. Da ein DJ in der Regel unzählige Musiktitel dabei hat, können spontane Wünsche von Hochzeitsgästen oder dem Brautpaar fast immer erfüllt werden. Die Live-Musik ist zwar handgemacht und daher mit besonderem Reiz verbunden, allerdings beschränkt sich die Musikauswahl meist auf ein überschaubares Repertoire.
Live-Musik ist handgemacht und spricht daher die Hochzeitsgesellschaft deutlich mehr an. Der Künstler oder die Band kann natürlich nach dem bevorzugten Musikgeschmack gewählt werden und wird anschliessend in diesem Bereich nicht enttäuschen. Zudem kann ein Alleinunterhalter oder eine Kapelle gekonnt die Stimmung der Feier ankurbeln. Leider ist die Variante der Live-Musik oft die teurere Lösung – Da heutzutage in vielen Bereichen gespart werden muss, entscheiden sich immer mehr Brautpaare für den preisgünstigeren DJ.
Im Vergleich zur Live-Musik greift der DJ lediglich auf die Konserve zurück. Allerdings will auch hier der richtige Mix der einzelnen Musiktitel gekonnt sein. Das setzt nicht nur ein gutes Gespür für die Musik voraus, sondern auch den perfekten Umgang mit der verwendeten Technik. Daher sollte schon ein professioneller DJ gebucht werden. Wird die Beschallung von einem Musikbegeisterten aus dem Bekanntenkreis übernommen, kann es böse Überraschungen geben. Der Vorteil des DJs ist die grosse Auswahl an Musik. Oftmals stehen tausende Musiktitel zur Auswahl und ermöglichen auch die Erfüllung spontaner Sonderwünsche.
Persönlicher Geschmack und der Geldbeutel sind wahrscheinlich die wesentlichen Punkte, die zwischen DJ oder Live-Musik entscheiden. Allerdings spielen auch die Räumlichkeiten eine entscheidende Rolle. Finden die Feierlichkeiten in einem kleinen Saal statt, dürfte eine Band schnell Platzprobleme bekommen. Im Gegenzug muss der DJ für die Beschallung grösserer Räume auch über entsprechendes Equipment verfügen, damit er nicht im wahrsten Wortsinn untergeht. Grundsätzlich wird von der Generation über 30 die Live-Musik bevorzugt. Jüngere Semester bevorzugen hingegen den DJ, der in der Regel auch die aktuellen Titel aus den Charts in seinem Sortiment hat. Zudem schätzen jüngere Zeitgenossen den immer gleichen und perfekten Klang des Originals mehr, als die gekonnte Interpretation des Alleinunterhalters oder der Band.
Dem Können des Alleinunterhalters oder der Band wird heute längst nicht mehr so viel Aufmerksamkeit geschenkt, wie dem DJ. Ein Grund dafür ist sicher die niedrigere Gage, die der DJ verlangt, allerdings lässt sich ein professioneller DJ seine Arbeit auch gut bezahlen. Vielmehr scheint der Wunsch im Raum zu stehen, seine Stars und Titel im Original zu hören, die Interpretation des Alleinunterhalters oder der Band kommt oft weniger gut an. Daher findet die Live-Musik mit steigendem Alter seine Anhänger.
Text: Daniel D. Eppe