Morgengabe – heute noch üblich?
Zu beinahe jeder Hochzeitsfeier gehört irgendeine Art von Brauchtum mit dazu. In manchen Regionen wird die Braut entweder vom Brautführer oder vom Bräutigam zuhause abgeholt und dann im Zuge des Hochzeitsfestes wieder «entführt». Nach der Hochzeitszeremonie wird vielerorts Reis geworfen, dies soll eine fruchtbare und kinderreiche Ehe symbolisieren. Doch haben Sie sich schon mal gefragt, was die «Morgengabe» eigentlich ist und ob dieser Brauch heutzutage noch zeitgemäss ist?
Was versteht man unter der Morgengabe?
Grundsätzlich versteht man darunter ein Geschenk des Mannes an die Ehefrau am Morgen nach der Hochzeitsnacht. In früheren Zeiten wurde die Morgengabe – wie schon erwähnt – nach der Hochzeitsnacht überreicht und sollte die Braut absichern, falls der Gatte stirbt. Dies wurde als eine Art Witwenversorgung betrachtet, daher war seinerzeit ein Stück Land als Morgengabe durchaus normal. Otto I. schenkte seiner Angebeteten, Königin Editha, Magdeburg als Morgengabe.
Ist dieser Brauch heute noch üblich?
Heutzutage wird der Brauch der Morgengabe natürlich eher von der romantischen Seite betrachtet. Meist wird dieses Geschenk bereits am Morgen der Trauung überreicht und soll eine liebevolle Aufmerksamkeit darstellen. Der Bräutigam versteckt in der Nacht vor der Hochzeit die Morgengabe unter dem Kopfkissen der Braut, wenn sie das Präsent am Morgen der Hochzeit findet, bringt das Glück und drückt die grossen Gefühle füreinander aus. Allgemein üblich ist dieser Brauch aber heutzutage nicht. Sehr oft besprechen die zukünftigen Eheleute das auch untereinander, ob sie diesen Brauch in ihre Hochzeit mit einbauen möchten oder nicht.
Was wird geschenkt?
Ein willkommenes Präsent für die Braut stellt noch immer ein Schmuckstück dar. Gerne geschenkt wird etwas, das die Braut am grossen Tag bereits tragen kann oder als Glücksbringer fortan immer bei sich hat. Entscheiden Sie sich für Schmuck, dann wäre auch etwas «Zweigeteiltes», von dem Braut und Bräutigam je die Hälfte erhalten eine liebevolle Idee. Natürlich muss nicht unbedingt ein Präsent gekauft werden, ein solches Geschenk kann vor allem auch durch Individualität bestechen. Eine besonders gefühlvolle Geste ist es, wenn der Bräutigam an den gemeinsamen Hintergrund denkt und sich auch Gedanken an den Beginn ihrer Liebe macht oder an Erlebnisse in der Beziehung erinnert, denn dies symbolisiert die Einmaligkeit des Geschenks.
Es muss nicht immer Schmuck sein
Wie schon gesagt, muss ein Geschenk an die zukünftige Ehefrau nicht automatisch mit dem Thema Schmuck verknüpft sein. Denken Sie doch über die Möglichkeit eines Ausflugs mit besonderem Programm nach wie beispielsweise ein Theater- oder Musical-Besuch oder ein Tag Wellness. Verbinden Sie einfach die Dinge, die Ihnen beiden Freude machen, miteinander. Last, but not least noch ein Tipp an die Braut: auch der zukünftige Göttergatte freut sich ganz bestimmt über eine kleine Morgengabe.
Text: Sabine Trach