Depressionen in der Ehe
Depressionen ziehen einen davon betroffenen Menschen in ein tiefes Loch. Nicht genug damit, dass man selbst immens leidet, wird vor allem auch der Ehepartner durch die psychische Veränderung bei seinem/r Liebsten schwer belastet. So manche Ehe ist durch den Ausbruch einer Depression bei einem der beiden Ehepartner schon in Brüche gegangen. Doch wie kann man als liebender Angehöriger helfen?
Warum Depressionen die Ehe gefährden können
Die andauernde Traurigkeit ohne besonderen Grund verändert das Verhalten und die Gefühle eines depressiven Menschen. Da es meist keinen erkennbaren Anlass für die plötzliche schlechte Stimmung des Ehepartners gibt, ist es für den Partner umso schwerer, den Umstand mit seiner Hilfe zu ändern. Wie soll er mit der inneren Leere, dem Verlust der Lebenslust und mit der Antriebslosigkeit seines/r Liebsten umgehen? Die Angst um den Partner wird umso grösser, wenn dieser auch noch Selbstmordgedanken äussert. Plötzlich und scheinbar unvermittelt steht man durch diese Erkrankung des Partners vor den Scherben seiner Ehe.
Was man als Ehepartner tun kann
Sehr viele Depressive meiden den Gang zum Arzt, da eine Depression meist auch das Gefühl vermittelt, dass sowieso überhaupt nichts helfen kann. Hier ist der Ehepartner gefragt. Er sollte grosses Verständnis für die depressive Stimmung des Ehepartners zeigen und die dunklen Wolken über dem Haupte seiner/s Liebsten nicht als schlechte, schnell vorübergehende Laune abtun. Auch wenn der von der Depression betroffene Partner sich gegen professionelle Hilfe wehrt, sollte man versuchen, ihn mit guten Argumenten aber sanft dazu zu bewegen, einen Arzt aufzusuchen. Zur Bekämpfung von Depressionen werden die verschiedensten, überaus hilfreichen Therapien wie Lichttherapie, Medikamententherapie und Gesprächstherapie eingesetzt. Um schnelle Erfolge zu erzielen, werden diese Therapien meistens miteinander kombiniert.
Gemeinsamer Sport & Positive Stimmung
Um den depressiven Partner aus seinem tiefen Sumpf voller negativer Gedanken zu befreien, sollte man ihn zu gemeinsamen sportlichen Aktivitäten motivieren. Sport hilft nachweislich bei depressiven Verstimmungen und lenkt ein wenig von den trüben Gedanken ab. Allgemein sollte der Partner eine positive, zuversichtliche Haltung bewahren und dem geliebten depressiven Ehegatten ein guter Zuhörer sein. Auf keinen Fall soll sich der Erkrankte unter Druck gesetzt fühlen. Nur so kann eine baldige Besserung eintreten.
Weitere Massnahmen, die dem Ehepartner helfen
Ehepartner, deren Liebste an einer Depression erkranken, müssen viel Geduld haben. Vor allem aber sollen sie bei all der Aufopferung auch nicht auf sich selbst vergessen. Für Ehepartner, die sich der ganzen Situation nicht gewachsen fühlen oder generell Unterstützung benötigen, gibt es auch Selbsthilfegruppen, bei denen man Menschen kennenlernt, die dasselbe Schicksal trifft oder getroffen hat. Gemeinsam kann man sich aufbauen und neue Hoffnung schöpfen. Denn nur wer stark bleibt, kann auch seinem/r Liebsten helfen.
Fazit
Depressionen sind eine nicht zu unterschätzende Erkrankung. Da sich das Verhalten des Partners durch seine negative Stimmung extrem verändern kann, ist der Ehepartner automatisch davon mitbetroffen. Damit umzugehen, ist für viele eine schwere Bürde, die mit einigem Kraftaufwand aber gemeistert werden kann.
Text: Manou Rade