
Internet Gute 15 Jahre alt hat sich das Internet so schnell in unser Leben eingebettet wie nie ein Medium zuvor. Nie war es einfacher, an Informationen, Musik oder Filme zu kommen, nie stand einem die Welt derart offen. Eigentlich ist das Internet eine echte Bereicherung für uns alle, wenn es da nicht auch ein paar Schattenseiten gäbe. Das Internet birgt nicht nur Gefahr für Ehen, da man per Cyberwelt bequem flirten oder sogar einen Seitensprung organisieren kann. Auch die Sucht nach dem Internet kann eine Ehe langfristig sehr belasten.
Nach ein paar Jahren Ehealltag wird das, was als Liebe begonnen hat, oft zur Routine. Die Gefühle sind vielleicht nicht mehr so präsent, wie sie es einmal waren. In dieser Zeit zweifeln nicht nur einige Ehepartner an den Gefühlen, sie sehnen sich auch zurück nach der Freiheit oder einer gewissen Abwechslung. Nicht selten werden daher Gelegenheiten für einen kleinen Flirt genutzt. Auch das Internet bietet in diesem Rahmen einige Möglichkeiten. Jedoch lässt es sich hier viel ungezwungener flirten als im wahren Leben. Der Rest Anonymität, den man per Internet geniesst, sollte der Grund dafür sein. So kann aus einem harmlosen Flirt oder einer angeregten Unterhaltung per Chat schnell ein echter Seitensprung im wahren Leben werden.
Wenn es um einen Flirt oder gar Seitensprung geht, wird der Partner wohl kaum mit offenen Karten spielen. Als besorgter Ehepartner ist daher ein wachsames Auge besonders wichtig. Man sollte stets im Auge behalten, was der Partner eigentlich täglich am Rechner treibt. Die Kontrolle kann man natürlich noch intensivieren, indem man konkret überprüft, welche Seiten der Partner allein besucht hat. Die Verlaufslisten der verschiedenen Browser bieten hier eine gute Möglichkeit. Jedoch sollte man auch daran denken, dass diese Art der Kontrolle nicht «die feine Art» ist. Vielmehr sollte man bei einem beginnenden Verdacht das Gespräch mit dem Partner und erste Lösungsansätze suchen.
Es muss natürlich nicht unbedingt der Seitensprung sein, der das Internet zur Gefahr für eine Beziehung macht. Das Medium selbst kann problematisch werden, wenn man sich zu sehr daran gewöhnt und erste Suchterscheinungen auftreten. Auf einmal wird das ständige Abfragen der eignen E-Mails oder der regelmässige Besuch verschiedener Communities wichtiger als das private Glück. Hat man früher einen gemütlichen Abend zu zweit auf dem Sofa verbracht, so sitzt der eine Partner dort heute allein, während der andere durchs World Wide Web surft und möglicherweise gerade zusammen mit anderen Internetnutzern, die er selbst nicht kennt, ein Onlinegame spielt.
Es ist freilich nicht ganz einfach, eine wirkliche Internetsucht festzustellen. Vor allem der Betroffene selbst wird sich eine Sucht nicht eingestehen. Besteht der Verdacht der Internetsucht, sollte auch hier der erste Weg das vertrauliche Gespräch zwischen den Ehepartnern sein. Man sollte sich beispielsweise darauf einigen, den Internetkonsum deutlich einzuschränken. Gelingt dem betreffenden Partner dies ohne Mühe, dann kann man nicht von Sucht sprechen, sondern eher von einer liebgewonnenen Freizeitbeschäftigung. Ist der Partner jedoch nicht bereit, den Konsum zu reduzieren oder zeigt er Entzugserscheinungen ohne Internet, sollten die Alarmglocken läuten. Hier sollte dann letzten Endes auf professionelle Hilfe zurückgegriffen werden.
So schön und nützlich das Internet auch sein mag – es birgt auch Gefahren in sich, die die Ehe ernsthaft gefährden können. Mit solchen Gefahren ist wahrlich nicht zu spassen!
Text: Daniel D. Eppe