Getrennte Finanzen in der Ehe?!

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Getrennte Finanzen in der Ehe?!

Die lieben Finanzen sind nach dem Seitensprung der zweithäufigste Anlass für Eheprobleme bis hin zur Scheidung. Vor nicht allzu langer Zeit war es noch selbstverständlich, dass der Ehemann das Geld verdiente sowie verwaltete, während die Ehefrau den Haushalt und die Kinder versorgte. Heute ist das in vielen Fällen anders: Beide Partner haben Jobs und verdienen ihr eigenes Geld, und auch in punkto Rollenverteilung kaufen Eheleute oftmals grosse Anschaffungen wie Auto, Wohnungseinrichtung oder Kleidung gemeinsam. Deshalb wird der finanzielle Bereich in Beziehungen immer komplizierter. Was ist in einer harmonischen Ehe im Bezug auf Geld also wichtig?

Uneinigkeit bei Geldfragen

Laut Umfragen ist sich überhaupt nur ein Drittel der befragten Ehepaare über gemeinsame Geldfragen einig. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass viele Personen Probleme damit haben, die emotionale Ebene zu verlassen und ökonomische Dinge wie Geld offen zu besprechen. Wenn es um Gefühle geht, wird es eben schnell als unromantisch angesehen, zum Beispiel die nächste Kaufentscheidung zu diskutieren.

Die Kunst, ökonomische und soziale Beziehung zu vereinbaren

Ökonomen haben in Experimenten festgestellt, dass wir Menschen im Bezug auf Beziehungen tatsächlich zwei Lebenswelten trennen: In der ökonomischen berechnen und planen wir alles genau, während man auf der sozialen Ebene Dinge tut, ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen.
 
Versuchen Sie von Beginn an offen und ehrlich über finanzielle Dinge zu sprechen und halten Sie dies - wenn Sie es für nötig halten - auch schriftlich fest. Schliesslich möchte niemand nach einer möglichen Trennung auch noch finanzielle Streitigkeiten ertragen müssen.

Gemeinsame oder getrennte Bankkonten?

Früher war die Ehefrau noch vom Haushaltsgeld des alleinverdienenden Mannes abhängig – heute gibt es bereits viele Ehen, in denen die Frau Karriere macht. Da die Partner nun mehr finanzielle Freiheiten geniessen, muss man sich auch im Klaren darüber sein, ob man ein gemeinsames oder lieber getrennte Bankkonten hat.

Verschiedene Möglichkeiten der Geldverwaltung

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile: Ist auf einem Gemeinschaftskonto ein Guthaben, steht dieses im Zweifel jedem Ehegatten zur Hälfte zu – und zwar unabhängig davon, woher das Guthaben stammt. Haben sich auf dem gemeinsamen Konto Schulden angehäuft, handelt es sich  um gemeinsame Schulden.
 
Anders ist die Situation natürlich, wenn das Konto nur auf einen Ehepartner ausgestellt ist. Sowohl ein mögliches Guthaben, als auch Schulden gehen in diesem Fall den anderen Partner nichts an.

Lassen Sie sich bei Unsicherheit von einem Finanz- oder Steuerexperten beraten, welche Möglichkeiten Sie haben, und wie Sie am besten für die Zukunft vorsorgen.

Bitte nicht: Heimlichkeiten bezüglich Finanzen

Zusammenfassend gibt es sicher keine Universallösung, wie Geld in einer harmonischen Ehe behandelt werden sollte. Trotzdem müssen sich beide Partner von Beginn an im Klaren darüber sein, dass man in der Beziehung neben Gefühlen auch ökonomische Herausforderungen meistern muss. Sprechen Sie immer über alle finanziellen Dinge und halten Sie nichts vor Ihrem Partner geheim – sonst könnten Sie in der Zukunft einmal eine böse Überraschung erleben!
 
Text: Helge Trach