Hilfe bei Gewalt in der Ehe

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Hilfe bei Gewalt in der Ehe

Häusliche Gewalt spielt sich in einer Umgebung ab, in welcher Familienmitglieder sich sicher und geborgen fühlen sollten – nämlich in den eigenen vier Wänden! Alter, Staatsangehörigkeit oder gesellschaftlicher Status spielen hierbei keine Rolle; Gewalt ist in allen Schichten anzutreffen. Die Betroffenen sind meistens Frauen und Kinder - vergleichsweise selten kommt es vor, dass Männer sich in der Rolle des Opfers befinden. Sehr oft trauen sich betroffene Frauen aus Scham, wegen der Kinder oder aus Hoffnungslosigkeit nicht, zu handeln. Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollte Frau bereits im Vorfeld auf gewisse «Warnzeichen» achten.

Gewalt gegen Frauen

Häusliche Gewalt gegen Frauen passiert meist nicht von heute auf morgen, sondern ist gekennzeichnet durch eine langsame Zunahme von psychologischem Missbrauch und Kontrolle des Partners. Dies macht es der Frau zunehmend schwerer, aus der Beziehung zu entkommen. Meist einher geht dieses Problem mit einer vollständigen Kontrolle über die Finanzen, sodass die Frau nur selten frei über ihr eigenes Gehalt verfügen kann. In den meisten Beziehungen ist es nicht (alleine) auf die Frau zurückzuführen, die sich wiederholt in gewaltbestimmte Beziehungen einlässt, oft ist es vielmehr der Mann nicht in der Lage, eine Beziehung ohne Gewalt zu führen. Auch ist es ein Vorurteil, dass viele Frauen von einer gewaltbestimmten Beziehung in die nächste schlittern.

Auf welche Warnzeichen sollte geachtet werden?

Frauen, die mit Gewalt in Partnerschaften oder Ehen konfrontiert waren, erzählen häufig ähnliche Geschichten. Dabei sollte auf folgende Anzeichen geachtet werden:

Welche Einstellung hat mein Partner/Ehemann Frauen gegenüber?

Wie äussert sich Ihr Partner Frauen gegenüber im Allgemeinen? Welche Ansichten vertritt er zum Thema Ausbildung und Weiterbildung von Frauen? Sind diese Äusserungen herablassend oder respektlos Frauen gegenüber, wird er in der eigenen Beziehung vermutlich früher oder später genauso herablassend oder respektlos argumentieren.

Eifersucht

Leiden Männer an einer krankhaften Eifersucht, so ist meist auch ein übermässiges Kontrollbedürfnis vorhanden. Besonders gewarnt sein sollte die Frau, wenn der Mann sie für seine Gefühle und Wutausbrüche verantwortlich macht. Müssen Sie ein Treffen mit Freundinnen absagen, weil Ihr Mann sonst eifersüchtig wird? Dann ist er bereits dabei, Ihr Verhalten zu kontrollieren.

Gewalt

Wutausbrüche und das Zerstören von Gegenständen im gemeinsamen Haushalt sind ein Zeichen von Gewalt und sollen dazu dienen, die Frau einzuschüchtern.

Verlust der Kontrolle

Meist beginnt es damit, dass der Mann in allen möglichen Situationen alleine entscheiden möchte, selbst wenn es um Dinge geht, die nur die Frau betreffen. Er entscheidet, was unternommen wird, worüber gesprochen wird und wann Sie zusammen sind? Somit ist es – aus Sicht des Mannes – nicht mehr notwendig, dass Sie eine eigene Meinung haben und diese auch vertreten.

Wie können sich Betroffene helfen?

Führen Sie ein geheimes Tagebuch, in welchem Sie jedes Mal notieren, wenn Ihr Mann Sie verbal bedroht oder sogar schlägt. Es ist nämlich sehr schwierig, sich rückwirkend an Details zu erinnern.  Bleiben Sie mit Ihrem Problem und Ihrer Angst nicht alleine, sondern sprechen Sie mit einer Person Ihres Vertrauens darüber! Leben Sie nicht mit dem Gedanken, dass es nie wieder passiert! Nehmen Sie unverbindlichen Kontakt mit einem Frauenhaus auf oder mit einem Freund oder Angehörigen. Suchen Sie Hilfe in einer Beratungsstelle und erstatten Sie Anzeige. Akzeptieren Sie keinesfalls, was Ihr Mann Ihnen antut, denn Gewalt Frauen und/oder Kindern gegenüber ist ein Verbrechen.
Text: Sabine Trach