Beziehungsfeindliche Hobbys
Manche Hobbys kosten viel Zeit, die mit Training, Spielen, Auftritten und gesellschaftlichen Zusammenkünften aufgeht. So ist es kein Wunder, dass Frauen von passionierten Fussballern, Musikanten oder Vereinsmitgliedern unter den Steckenpferden ihrer Liebsten zeitweise ganz schön leiden.
Welche Hobbys sind beziehungsfeindlich?
Geht man einem Hobby nach, so verschlingt das einen gewissen Zeitraum der freien Zeit. Ist man verheiratet oder in einer Beziehung oder hat sogar schon Familie, so geht diese freie Zeit, die man mit seinem Hobby verbringt, der Familie oder dem Ehepartner ab. Zeitaufwändige Hobbys sind zum Beispiel Hobby-Vereinssportarten mit regelmässigen Trainingszeiten wochentags und häufigen Spielen und Wettbewerben wochenends. Je höher die Liga, in der man spielt, umso häufiger natürlich die Trainingsspiele. Wahrlich zeitaufwändig! Aber auch Musikanten im Musikverein – oder sogar in einer Band – die hobbymässig durchs Leben musizieren, benötigen viel von ihrer Freizeit zum Üben und für ihre Auftritte.
Zuwenig Freizeit mit der Familie
Hobbys sind überaus wichtig, um den Ausgleich zum Alltag zu finden – keine Frage. Wenn dies aber zu intensiv und daher auf Kosten der/s Ehepartners/in geht, hört sich oft der Spass auf. Zuwenig gemeinsame Freizeit mit der Familie wird eines Tages zu argen Konflikten führen. Die Familie mit auf den Fussballplatz oder zu Auftritten zu nehmen, mag vielleicht eine Teillösung sein, doch kann das nur funktionieren, wenn sich Ehepartner/in und Kinder für das Hobby und das Umfeld sehr interessieren. Und selbst wenn, welche Familie wird jahrelang ihre Sonntage am Fussballplatz verbringen wollen? Schliesslich gibt es noch viel mehr, das man an einem Wochenende unternehmen könnte… Ein Kompromiss muss also geschlossen werden.
Wie kann man die Beziehungsfeindlichkeit entschärfen?
Hat man ein intensives Hobby, das die Familie beeinträchtigt, so kann man dies mit sonstiger grosser Aufmerksamkeit, die man der Familie zukommen lässt, ein wenig gutmachen. Hat man zum Beispiel jeden Sonntag ein Fussballspiel, so sollte man sich bemühen, nicht den ganzen Sonntag mit dem Spiel als zentralen Punkt vergehen zu lassen. Ein Fussballspiel dauert maximal 3 Stunden – samt Vorbereitung, Pausen und Duschen nach dem Spiel. Unternimmt man davor und/oder danach noch schöne Ausflüge, dann ist nicht der ganze Sonntag mit dem Fussballspiel vertan. Auch muss die Familie das Gefühl haben, nicht an zweiter, sondern an erster Stelle zu stehen. Gibt es sonntags zur Spielzeit eine wichtigere Unternehmung, die sich z.B. die Kinder wünschen, so muss es auch mal selbstverständlich sein – Gruppenkameradschaft hin oder her – dafür das Mitspielen abzusagen.
Fazit
Jeder Mensch braucht einen Ausgleich. Hobbys wie Fussball in einer regionalen Liga und wochenendfüllende Musik-Auftritte können aber eine Ehe zerstören. Nur wer seine diesbezüglichen zeitlichen Ausfälle mit Bedacht kompensiert und seiner Familie dennoch genügend gemeinsame Zeit und Aufmerksamkeit schenkt, wird sich noch länger an einer glücklichen Ehe erfreuen können.
Text: Manou Rade