Geteilte Haushaltspflichten – Wie realisierbar?

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Geteilte Haushaltspflichten – Wie realisierbar?

Unsere Gesellschaft befindet sich in einem Umbruch. Dieser Wandel macht auch vor der Familie nicht Halt. Die partnerschaftliche Rollenteilung in Familie und Beruf hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten enorm verändert. Sehr oft bleibt der Wunsch nach einer gerechten, partnerschaftlichen Teilung der Haushaltspflichten ein unerfüllter Traum und wird häufig zu einer regelrechten Doppelbelastung für die Familie und Partnerschaft.

Althergebrachtes Rollenmuster in der Familie

Allzu oft kann der Wunsch nach einer partnerschaftlichen Rollenteilung in Familie und Beruf nicht umgesetzt werden. Dies liegt möglicherweise am althergebrachten Rollenmuster, dass der Mann der Ernährer der Familie ist und die Frau Hausfrau und Mutter. Doch durch den deutlich wahrnehmbaren Wandel der Zeit ist es Tatsache, dass heute Frauen über eine wesentlich bessere Bildung verfügen wie noch vor einigen Jahren oder Jahrzehnten. Dies führt dazu, dass Frauen ihre Berufe genauso gerne ausüben wie ihre männlichen Kollegen.

Doppelbelastung der Frau durch die Hausarbeit

Der Anteil der erwerbstätigen Frauen in führenden Positionen ist deutlich im Steigen begriffen. Gerade in solchen Situationen ist der Wunsch der Frau nach geteilten Haushaltspflichten nur allzu verständlich. Tatsache bleibt jedoch, dass der Grossteil der Haushaltsarbeit von der Frau verrichtet wird und das, obwohl eine Doppelbelastung - nämlich Beruf und Familie - auf ihren Schultern lastet. Diese Doppelbelastung kann sehr oft zu Gereiztheit, Verstimmungen, Spannungen bis hin zu ernst zu nehmenden Problemen oder Streitigkeiten innerhalb der Familie und Partnerschaft führen. Wie kann man dem entgegenwirken? Wie kann man gemeinsam als Familie – als Team – zusammenarbeiten?

Der Wandel

Viele Paare überprüfen ihre Möglichkeiten, die Rollenverteilung in ihrer Beziehung zu verwirklichen. Dabei ist immer häufiger zu beobachten, dass auch der Mann gerne bereit ist, im Haushalt anzupacken. Gerade wenn ein Paar noch kinderlos ist und beide Partner ganztags berufstätig sind, können die Aufgaben im Haushalt je nach Lust und Begabung verteilt werden. Auch bei Paaren, die bereits Kinder haben, ist das Bestreben, die Hausarbeit und Kinderbetreuung gerecht zu verteilen, immer häufiger zu beobachten. Dabei wird häufig nach einer Lösung gesucht, mit der alle Familienmitglieder glücklich sind und gut leben können.

Modell 1 zur Rollenverteilung in der Familie: Dual-Carerr-Modell

Was die Kombination von Hausarbeits- und Erziehungsarbeit auf der einen Seite und die Berufstätigkeit auf der anderen Seite betrifft, sind zwei Modelle, nämlich das «Dual Career»-Modell und das «Halbe-Halbe»-Modell bekannt. Beim «Dual-Career»-Modell sind beide Elternteile voll berufstätig, was voraussetzt, dass für die Kinderbetreuung nach Lösungen gesucht werden muss. Dieses Modell, bei dem beide Elternteile voll berufstätig sind, wird hauptsächlich von Eltern gewählt, die beide eine hohe Karriereorientierung haben, aber auch von Eltern, die aufgrund finanzieller Umstände auf einen Doppelerwerb angewiesen sind. Gerade in solchen Familiensituationen ist es sehr wichtig, dass die Haushaltsarbeit fair aufgeteilt wird. Aber auch die Kinder können je nach Alter und Fähigkeiten ihren Anteil an der Haushaltsarbeit leisten, indem sie z.B. ihr Zimmer aufräumen oder bei sonstigen Tätigkeiten helfen.

Modell 2 zur Rollenverteilung in der Familie: Halbe-Halbe-Modell

Beim «Halbe-Halbe-Modell» steht die Familie bzw. die gemeinsame Betreuung von Kindern und die Hausarbeit und nicht die Erwerbstätigkeit im Vordergrund. Hier sind beide Partner in etwa im gleichen Teilzeit-Ausmass tätig.
 
Für welche Art und Weise der Aufteilung der Haushaltsarbeits- und Kinderbetreuung man sich auch immer entscheidet, man sollte immer bedenken, dass es kein Patentrezept gibt. Wenn man sich jedoch bemüht, als Paar oder als Familie zusammen zu arbeiten, lässt sich sicher eine vernünftige Lösung in dieser Angelegenheit finden. Eine Lösung, von der im Endeffekt die ganze Familie profitieren wird.
 
Text: Tina Voss