Konflikte lösen in der Paartherapie

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Konflikte lösen in der Paartherapie

Im heutigen Zeitalter ist es für viele nicht einfach, eine Partnerschaft einzugehen, aufzubauen und zu erhalten. Im Zeitalter des Fortschritts bleiben Paare in der Gesellschaft oft isoliert und die persönliche Weiterentwicklung bleibt auf der Strecke. Hinzu kommt, dass die wenigsten von uns erlernt haben, sich mit dem/der Partner/in richtig auseinander zu setzen, Gefühle mitzuteilen und Konflikte anzusprechen und zu bewältigen. Viele Paare nehmen daher eine Therapie in Form von Paarsitzungen oder Paar-Gruppenseminaren in Anspruch, um sich selbst und den/die Partner/in wieder (besser) kennen und verstehen zu lernen.

Wer nimmt eine Paartherapie in Anspruch?

Viele Paare, die am Anfang einer Beziehung stehen und sich für den gemeinsamen Weg ein Grundgerüst erarbeiten wollen, um für spätere, vielleicht turbulentere Zeiten gerüstet zu sein nehmen eine solche Therapie in Anspruch. Aber auch Paare, die sich in oder nach einer Krise befinden und die möglicherweise daraus entstandenen Verletzungen aufarbeiten möchten, tun gut daran, sich professionell beraten zu lassen. Die letzte Gruppe zählt zu den Paaren, die die Möglichkeiten einer einvernehmlichen Trennung betrachten möchten.

Schwierige Zeiten der Beziehung

Wie meinte schon Karl Farkas seinerzeit: «Bei der Heirat versprechen zwei Menschen einander, alle Sorgen miteinander zu teilen, die sie alleine nicht hätten». Das Unterfangen, eine Dauerbeziehung einzugehen ist sehr anspruchsvoll, diese aber zu gestalten, ist eine noch viel grössere Kunst. Grundsätzlich laufen Paarbeziehungen nach folgenden Mustern ab: nach einem angenehmen Beginn entstehen Herausforderungen und Probleme. Besonders schwierig wird es in einer Beziehung, wenn der Alltag einkehrt, das erste Kind zur Welt kommt, einer der Partner eine «midlife crisis» bekommt oder wenn eine oder beide Partner aus der Arbeitswelt ausscheiden.

Beziehungskrisen

Empfehlenswert ist eine Paartherapie dann, wenn die Partner über einen längeren Zeitraum in Beziehungskrisen gefangen sind, aus denen sie selbst nicht mehr herausfinden. Beziehungskrisen können sein: der Partner erscheint nicht mehr interessant, die Gefühle schwinden. Einer der Partner oder beide fühlen sich in der Beziehung «gefangen», einer der beiden weicht in Seitensprünge aus, gegenseitige Beschuldigungen nehmen zu, ein Partner wird depressiv oder Gewalt prägt die Beziehung.

Kommunikationsregeln

Damit eine Beziehung nicht in eine aussichtlose Situation gerät, reicht oft schon eine Verbesserung der Kommunikation. Empfehlenswert ist, vor oder auch zwischen den Paarsitzungen folgende Kommunikationsregeln zu trainieren:

  • Sprich offen, vermeide dabei aber Vorwürfe!
  • Benutze immer das Wort «Ich», so bleibt man bei den eigenen Gefühlen
  • Schildere konkrete Situationen, der Partner versteht dann besser, was gemeint ist
  • Versuche, immer beim Thema zu bleiben
  • Höre dem Partner zu und zeige das auch, behalte dabei auch immer Blickkontakt
  • Ermutige den Partner (beispielsweise mit «Ich würde gerne mehr darüber hören»)
  • Gutes Gesprächsverhalten sollte gelobt werden
  • Sage offen, wie du die Worte des Partners empfindest

Text: Sabine Trach