

Die ersten drei Minuten sind angeblich bereits entscheidend dafür. Man spürt es eigentlich sofort: Da ist etwas, so ganz anders als bisher. Ein tiefes Vertrauen von Beginn an, so, als kenne man sich schon ewig. Alles passiert wie von alleine, alles geht so mühelos. Doch es macht auch Angst. Angst, weil man nicht weiss, was mit einem gerade passiert im Taumel dieser starken Gefühle. Oft «erkennen» sich Seelengefährten dadurch nicht.
Lässt man jedoch den Gefühlen freien Lauf, öffnet sich das Herz und man kann diesen aussergewöhnlich schönen Zustand auch geniessen. So wird es zum Beginn einer schönen Wirklichkeit. Ein oft unbeschreibliches und manchmal unheimliches Gefühl. Man sucht verzweifelt einen «Haken» und findet keinen. Absoluter Gleichklang, Harmonie pur. Und doch, zwischenzeitlich immer wieder begleitet von der Angst vor einem tiefen und plötzlichen Absturz. Der Versuch dabei, am Boden der Realität zu bleiben, nicht abzuheben – ein schier auswegloses Unterfangen.
Seelenverwandte sind einfach zwei verwandte Seelen, die das Glück erfahren durften, sich über «den Weg» zu laufen. Wenn beim ersten Anblick das Gefühl hochkommt, ihn/sie schon ewig zu kennen – und sich dieses dann später noch weiter verstärkt.
Ein Seelenverwandter weiss, wie der andere denkt und fühlt, ohne es aussprechen zu müssen. Einer, der einen ergänzt. Ein Teil des anderen Ichs. Der einen so sein lässt, wie er/sie ist und doch dessen Gedanken und Gefühle teilt. Jemand, mit dem man träumen und schweigen kann, ohne dass es peinlich wirkt. Ein Abbild seiner selbst und trotzdem in manchen Belangen das komplette Gegenteil. Jemand, in dem man sich wiedererkennt. Ein Seelenverwandter ist wie der letzte Puzzlestein, d i e Ergänzung.
Ständig macht es bei Seelenverwandten «klick», weil so vieles passt. Der andere versteht, ohne vielen Erklärungen folgen zu müssen. Es entsteht eben das Gefühl, sich ein Leben lang zu kennen. Die gemeinsame Zeit vergeht wie im Flug. Manchmal braucht es keine Worte, um sich zu verständigen.
Die Seelenverwandtheit – eine innige Verbundenheit! Man spürt, wenn es dem anderen schlecht geht, leidet sprichwörtlich mit. Und das oft über Hunderte von Kilometern und vor allem, ohne es wirklich zu wissen.
Es ist ein unsichtbares, starkes Band, das verbindet. Es ist mehr als Worte je beschreiben können. Die Liebe wird jeden Tag tiefer. Wenn einer träumt, so hat er einen Traum. Wenn zwei dasselbe träumen, so ist es der Beginn der Wirklichkeit...
Wie sagte schon Jiddu Krishnamurti so schön? «Der Liebe zu begegnen, ohne sie zu suchen, ist der einzige Weg, sie zu finden; man muss ihr unbeabsichtigt begegnen und nicht durch Anstrengung oder Erfahrung.»
Text: Rosa G. Reiner