
Egal wie verliebt man anfangs ist, alle praktischen Regeln und Tipps für eine glückliche Fernbeziehung nützen absolut nichts, wenn man selbst gar nicht der Typ für diese Beziehungsform ist. Wer seinen Partner am liebsten immer um sich haben mag und ohne ihn nur äussert schwer aushalten kann, sollte sich von vornherein auf keine Fernbeziehung einlassen. Gleiches gilt auch, wenn man sehr eifersüchtig ist, und man ohne eine gewisse «Kontrolle» nicht mehr ruhig schlafen kann. Entscheidend ist, dass beide Partner auch in Zeiten der Trennung in ihrem Alltag zurechtkommen. Jeder sollte guten Gewissens seinen Tag meistern und auch seine Freizeit mit Freunden oder Familie gestalten können. Am wichtigsten ist es, sich selbst treu zu bleiben – und manchmal ist es dann besser sich gegen eine Fernbeziehung zu entscheiden.
Wer frisch verliebt ist, dem fällt natürlich jede Minute ohne den Partner besonders schwer. Wenn das Wochenende oder die gemeinsamen Tage enden und man sich für längere Zeit nicht mehr sehen kann, ist der Moment des Abschieds besonders schwer. Dann fällt es beiden Partnern oft leichter, wenn der nächste Wiedersehenstermin an dieser Stelle schon besprochen und beschlossen ist. Vielleicht lässt sich sogar ein «Plan» erstellen, nach dem sich beide gegenseitig zu festen Zeiten besuchen. Trotz der räumlichen Distanz und der kurzen Zeit zusammen ergibt sich so eine Beziehung, die «spürbar» ist und es kehrt fast ein wenig Normalität ein. Auch Telefongespräche sollten regelmässig geführt werden, damit es Gelegenheit gibt, sich Freude und Leid von der Seele zu reden. Die Fernbeziehung sollte niemals eine Dauerlösung sein.
Das Zusammenziehen zu einem späteren Zeitpunkt sollte immer grundsätzlich das gemeinsame Ziel sein.
Streit kommt in jeder Beziehung vor und ist wichtig! Auch in der Fernbeziehung darf es gelegentlich zur Sache gehen, idealerweise sollte es das sogar. Auch wenn die kurze Zeit zusammen vielleicht zu kostbar für Streitereien erscheint, unliebsame Dinge dürfen nicht unausgesprochen bleiben. Entscheidend beim Streit ist, dass man sich dabei in die Augen schauen kann. Wer nun noch mit guten Argumenten arbeitet, wird schnell eine für beide Partner akzeptable Lösung finden. Tabu ist ein Streit auf Distanz, sprich am Telefon oder gar schriftlich per E-Mail oder Chat. Wer dann seinen Partner durch Unerreichbarkeit straft, kann eine Menge zerstören, denn das Gegenüber kann sich nun nicht mehr wehren. Ganz besonders wichtig ist zudem, sich nie im Streit zu trennen. Bevor es wieder auf Distanz geht, sollten man sich wieder versöhnt haben.
Zugegeben: Für seinen Partner da zu sein, ist in einer Fernbeziehung schwieriger. Nicht immer kann man bei Problemen den Partner in den Arm nehmen. Doch für einander da sein bedeutet nicht immer die körperliche Anwesenheit. Das Gefühl, dass der Andere an einen denkt, reicht oft aus. Geborgenheit und Nähe entstehen auch durch ganz kleine Gesten wie eine gelegentliche SMS oder durch eine kurze E-Mail. Besonders romantisch und liebevoll ist der altmodische, handgeschriebene Brief, eine Karte oder sogar ein zugestellter Blumengruss. Kurze Telefonate vor dem Einschlafen eignen sich wunderbar um die letzten Tagesgeschehnisse, Sorgen oder Freuden auszutauschen. Zärtliche Gute-Nacht-Wünsche können natürlich nicht nur für einen ruhigen Schlaf sorgen, sondern auch die erotischen Fantasien anheizen!
Eine Fernbeziehung ist zwar nicht für jedermann geeignet und nicht immer einfach, doch sie ist auch eine Chance und keineswegs zum Scheitern verurteilt. Wer am Telefon gute Gespräche führen und sich öffnen kann, dem wird es nicht schwer fallen, trotzdem Nähe und Geborgenheit aufzubauen. Wenn man darüber hinaus gewisse Einschränkungen akzeptiert, steht dem glücklichen Abenteuer Fernbeziehung nichts im Wege!
Text: Daniel D. Eppe