Hilfe – ich bin krank! Fällt die Hochzeit nun ins Wasser?
Alles ist bis auf das letzte i-Tüpfelchen vorbereitet: Das Brautpaar ist eingekleidet, die schönsten aller Ringe gekauft, der Tagesablauf durchorganisiert, die Torte verkostet. Und plötzlich ist sie da – die Magen-Darm-Infektion. Oder ein schlimmer Migräne-Schub. Heiserkeit, Fieber, verstauchte Knöchel, verbrühte Finger – was kann nicht alles passieren am letzten unverheirateten Tag! Und wer will schon wegen Krankheit auf der eigenen Hochzeit fehlen oder diese gar absagen?! Hier sind Tipps, damit es gar nicht erst soweit kommt und Notfallpläne für den Fall der Fälle.
Prävention
Selten wird von einem Tag auf den anderen geheiratet, die Brautleute haben also in der Regel einige Wochen Zeit, sich gegen Grippe, Erkältung und Co. zu schützen. Vitamine und Stressminimierung stärken die Abwehr, vielleicht muss eine Impfung aufgefrischt werden? Tunlichst sollte man in der Woche vor dem Hochzeitstermin potentiell gefährliche Situationen meiden, das gilt besonders für Hobby-(Extrem)Sportler. Wer anfällig ist für stressbedingte Erkrankungen wie Migräne, unter Allergien und Heuschnupfen leidet oder einfach einen empfindlichen Magen hat, darf sich (in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt!) angesichts des grossen Ereignisses gern mit den passenden Medikamenten stabilisieren und auch für den Festtag ausstatten. Und auch wenn es im Überschwang der Vorfreude vielleicht schwer fällt – Übermut am Vortag der Hochzeit tut selten gut! Ausgelassen und unvernünftig sein kann man nach dem Fest schliesslich noch ein ganzes Leben lang.
Kleine Wehwehchen
So ganz sicher ist man ja nie, und auch bei allergrösster Vorsicht passieren kleine Unglücke. Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Kopfweh, Schlafschwierigkeiten gehören bei fast allen Brautleuten ein klein bisschen dazu und verfliegen mit homöopathischen Mitteln schnell. Auch kleinere Verletzungen sind mit einem Pflaster schnell versorgt und tun der strahlenden Erscheinung des Brautpaares gewiss keinen Abbruch. Wer sich unsicher ist, sollte allerdings den Weg zum Arzt auf sich nehmen – falls hinter den Aufregungs-Bauchschmerzen doch der Blinddarm steckt.
Schlechtes Timing
Manch eine Erkrankung erwischt Braut oder Bräutigam lange vor dem Hochzeitstermin und will dann – verflixt noch eins – einfach nicht termingerecht abklingen. Natürlich kann man auch mit Gipsarm oder -bein heiraten, aber was tun, wenn der Ausschlag einfach nicht so schnell verschwindet, wie gehofft? Oder das Fieber einfach nicht sinkt? Zeichnen sich im Vorfeld ernstere Krankheiten ab, ist es absolut sinnvoll, den Hausarzt in die Hochzeitspläne einzuweihen. Er kann eine realistische Heilungsprognose stellen und eventuell eine Notstrategie entwickeln. Es gibt zahlreiche hochwirksame Medikamente, die auch bei kurzfristiger Anwendung schnell und zuverlässig Fieber senken, Übelkeit lindern, Durchfälle stoppen oder Schmerzen verschwinden lassen – zumindest für diesen einen wichtigen Tag! Bei kosmetischen Problemen hilft der Gang zur professionellen Visagistin.
Spontane Katastrophen
Es geschieht selten, ist aber nicht auszuschliessen – am Tag vor der Hochzeit kommt es plötzlich zu Unfällen, Blinddarmdurchbrüchen, Lebensmittelvergiftungen oder schweren Krankheitssymptomen, die eine Fahrt ins Krankenhaus unausweichlich machen. Je nach Schwere der Erkrankung fällen dann ausschliesslich die Ärzte die Entscheidung, ob der Betroffene heiratstauglich ist oder nicht. Bestenfalls gibt es eine Therapie, die dem Brautpaar zumindest die Trauung an sich (mit anschliessender Rückfahrt ins Hospital) ermöglicht; anderenfalls muss das grosse Fest wohl oder übel verschoben werden. Gerade in diesem Zusammenhang sei nochmals auf die Präventions-Tipps hingewiesen.
Claudia Eichhorn