
Der schönste Tag im Leben wird nur dann wirklich schön, wenn er so gestaltet wird, wie ihn das Brautpaar gerne hätte. Zwar kann man auf die Wünsche von Freunden und Verwandten eingehen, zuletzt sollten solche Kriterien aber zweitrangig bleiben.
Hegt das Brautpaar den Wunsch einer Motorradhochzeit, stösst diese Idee besonders bei den Eltern und näheren Verwandten auf Kritik. Sie vermissen die Tradition und können sich selbst vielleicht gar nicht mit der Motorrad-Szene identifizieren.
Dennoch kann eine Motorradhochzeit genau so romantisch und unvergesslich werden!
Das Outfit für das Brautpaar und die Hochzeitsgäste ist doch scheinbar klar. Motorradfahrer tragen Lederkleidung, die dann auch zur Hochzeit angelegt wird. Aber auch eine «harte» Motorrad-Braut wünscht sich vielleicht doch eher das weisse Hochzeitskleid. Das ist natürlich kein Problem, allerdings muss man entsprechend Rücksicht auf die Braut nehmen. Aufgrund des Brautkleides kann sie natürlich nicht selbst ein Motorrad fahren, vielmehr findet sie Platz am Sozius des Bräutigams.
Stilecht versammeln sich die Beteiligten zunächst allesamt mit ihren Maschinen, um anschliessend in einer prächtigen Kolonne zur Kirche oder zum Standesamt zu fahren. Hier geht es dann selbstverständlich sehr klassisch zu. Vor allem um das Standesamt kommt man nicht herum, wenn man eine durch das Gesetz anerkannte Ehe schliessen möchte. Die Feierlichkeiten, zu denen man wieder per Kolonne reist, finden in vielen Fällen unter freiem Himmel statt. Bevorzugt werden Orte, an denen sich die Motorradfahrer auch sonst gerne treffen und aufhalten. Findet die Hochzeit zur kalten Jahreszeit statt, muss kurzerhand ein Saal oder eine andere Räumlichkeit angemietet werden, um die Feier auszurichten.
Der Besuch beim Standesamt muss sein, da kommt auch kein Motorrad-Pärchen drum herum. Wenn es um den kirchlichen Segen geht, gibt es schon vielfältigere Möglichkeiten. Mittlerweile sind viele Pfarrer bereit, die Trauung auch ausserhalb der Kirche durchzuführen. Auch ein freier Theologe kann diese Aufgabe durchaus übernehmen. Nun kann man die Trauung wirklich an einem Ort durchführen, der dem Brautpaar besonders gefällt und an dem auch die Hochzeitgesellschaft samt ihrer Motorräder Platz findet. Besonders zweckmässig sind hier natürlich Plätze unter freiem Himmel, an dem auch anschliessend die Hochzeitsfeierlichkeiten stattfinden können.
Motorradfahrer bevorzugen für ihre Touren natürlich die ländlichen Regionen. Fahren in der Stadt macht wohl nur den wenigsten wirklich Spass. Es liegt also nahe, dass auch die Hochzeitsfeierlichkeiten eher im ländlichen Bereich stattfinden sollten. Natürlich kann das praktisch auf jeder beliebigen Wiese sein, auf der man sich aufhalten darf. Deutlich angenehmer ist allerdings ein Landgasthof oder ein Bauernhof, auf dem die Hochzeitsfeier ausgerichtet wird. Hier hat man nicht nur alle möglichen Annehmlichkeiten, es wird auch gleich für das leibliche Wohl gesorgt. Zudem gibt es dann auch Ausweichmöglichkeiten, wenn das Wetter doch nicht mitspielen sollte.
Sie ist natürlich extravagant, aber in einigen Kreisen sehr beliebt: Die Motorradhochzeit. Von den einen wird sie ungern gesehen, von den anderen geliebt. Bei einer guten Planung dürften aber alle geladenen Hochzeitsgäste durchaus auf ihre Kosten kommen.
Text: Daniel D. Eppe