Was hilft gegen Heiratsaufregeritis?

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Was hilft gegen Heiratsaufregeritis?

Hochzeitmachen, das ist wunderschön! Von wegen, wird sich manch ein(e) Heiratswillige(r)denken. Schon Wochen vorher findet man keinen Schlaf, fühlt sich reizbar, nervös und flatterig wie nach 3 Kannen Kaffee. Der Magen kneift scheinbar völlig grundlos, die Psyche schwankt zwischen hektisch, vorfreudig und heillos überdreht. Ein klassischer Fall von Heirats-Aufregeritis, einer schweren Entzündung des höchst empfindlichen Hochzeits-Nerves – jedoch nicht hoffnungslos.

Warum sind wir so aufgeregt?

Besonders unterhaltsam für die Aussenstehenden ist es natürlich, wenn Braut und Bräutigam gleichermassen vor Nervosität ein wenig aus der Rolle fallen. Aber auch, wenn nur eine Person von starker, schwer zu besänftigender Aufregung befallen scheint, ist dieser Zustand für das Paar schwer zu ertragen. Ein bisschen Unruhe gehört schon dazu, schliesslich heiratet man nicht alle Tage. Aber warum bringen Vorbereitungen und Freude manche zukünftigen Eheleute schier an den Rand des Nervenzusammenbruchs?
 
Starke Nervosität ist ein Indiz dafür, dass Körper und Geist einer völlig neuen Situation gegenüberstehen und sich dieser einfach nicht gewachsen fühlen. Das überreizte Gehirn lässt daher den Körper unentwegt und auf verschiedenste Art und Weise signalisieren, dass ein Ausnahmezustand herrscht – und damit hat es ja zweifelsohne recht. Nur kann sich eben nicht jeder so ohne Weiteres damit arrangieren, und daher wird die freudig-gespannte Erregung schnell zur Qual.

Planung schafft Sicherheit

Wer eine Hochzeit mit allem drum und dran organisieren will, muss an tausend Dinge denken. Viele Paare verfallen geradezu in Perfektionswut und machen sich die schöne Zeit der Vorfreude damit selbst zum Horrortrip voller Pflichterfüllung. Wer schon Monate vor dem Hochzeitstermin mit der Planung beginnt und sich einen realistischen Zeitplan erstellt, schafft sich selbst eine Art Sicherheitsnetz. Listen über Gäste, Sitzpläne, Wunschzettel, Ablaufpläne und Kosten stellen dabei stabile Stützpfeiler dar. Zudem hilft es, Verantwortungen abzugeben und bestimmte Aufgaben zu delegieren. So wirkt man dem panischen Gedanken, es könnte etwas vergessen werden oder schiefgehen, deutlich entgegen.

Nobody is perfect

Kein Brautpaar will irgendeine Allerwelts-Hochzeit; es soll immer das Traumfest werden. Wer jedoch an allen Stellen nach höchster Perfektion strebt, kann nur scheitern. Beispielsweise, wenn das Wetter einfach nicht mitspielt. Am besten bestimmen die Brautleute ein paar Aspekte der Hochzeit, die ihnen wirklich wichtig sind. Wenn bei allen anderen Dingen etwas nicht ganz so plangemäss läuft – was soll´s? Vorsorgliche Paare legen sich den ein oder anderen Alternativplan zurecht und wappnen sich so für spontane Änderungen. Auch sollte man sich von der Vision lösen, es allen Gästen recht machen zu wollen. Die Hochzeit feiert man nämlich in erster Linie für sich selbst, alle anderen sind dabei eben nur – die Gäste. Wer einfach etwas entspannter an die Sache herangeht, macht sich nicht unnötig selbst verrückt.

Machen wir das wirklich richtig?

Es ist völlig normal und wahrscheinlich auch ein Zeichen für gesunden Menschenverstand, sich im Vorfeld diese Frage ein- bis fünfzigmal zu stellen. Aber mal ehrlich – heute wird doch in den allermeisten Fällen aus freiem Willen geheiratet, und es heisst ja nicht umsonst: drum prüfe, wer sich ewig bindet! Es ist müssig, jetzt schon zu spekulieren, ob man sich zur Silberhochzeit wohl noch genauso liebt. Die Entscheidung für den Partner ist doch bereits gefallen – kein Grund, nervös zu sein!

Was hilft?

Die Ursachen für ausgeprägte Nervosität vor dem Ja-Wort sind vielfältig, das Rezept hingegen recht einfach. Öfter mal eine Auszeit während der Vorbereitungen, um einen klaren Kopf zu bekommen! Mit Vertrauten offen über Zweifel und Ängste sprechen, und deren Antworten auch ernstnehmen! Nicht alles allein und perfekt bewältigen wollen! Und einfach auf die eigene Intuition und das wohlwollende Schicksal vertrauen. In ganz schlimmen Fällen machen pflanzliche Nervenstärker oder beruhigende Toniken das Leben etwas leichter.
Claudia Eichhorn