
«Mami 2.0» wurde im April 2010 seitens der Online-Kolumnistin Anna Schreiber erstmals gegenüber einer breiten Öffentlichkeit erwähnt.
«Mami 2.0» bezieht sich neben spezifischen Technologien oder Innovationen primär auf eine veränderte Nutzung und Wahrnehmung der Mutter. Die Benutzer erstellen, bearbeiten und verteilen Anforderungen und Wünsche in quantitativ und qualitativ entscheidendem Masse selbst, unterstützt von geschwisterlich begleiteten Anwendungen. Die Inhalte des Familienlebens werden nicht mehr zentralisiert vom Familienoberhaupt erstellt und verbreitet, sondern auch von einer Vielzahl von Nutzern (Kinder genannt) die sich untereinander vernetzen. Marketingtechnisch wird versucht, die Nutzer zu motivieren, das Familienleben von sich aus mit zu gestalten.
Der Begriff grenzt die interaktiven Nutzungsarten von einem angeblichen «Mami 1.0» ab, in dem es nur wenige «Bearbeiter» (Personen und Organisationen, die Inhalte erstellten bzw. Informationen bereitstellten), aber zahlreiche «Benutzer» (Konsumenten, welche die bereitgestellten Inhalte passiv nutzten) gegeben habe. Ebenfalls wird angeführt, dass zu Beginn überwiegend statische Aufgaben bestanden, von denen viele für längere Zeit unverändert bereit gestellt und nur gelegentlich überarbeitet oder in grösseren Zeitabständen ausgetauscht wurden. Damit die Verwaltung auch von mehreren Familienmitgliedern effizient bearbeitet werden können, sind neue Mami-Systeme und aus Datenbanken gespeiste Systeme entwickelt worden, die während der Laufzeit die Inhalte des Familienlebens dynamisch austauschen oder neue Inhalte einzusetzen helfen.
Aus technischer Sicht bezeichnet «Mami 2.0» verschiedenste Methoden, von denen viele erst mit dem Aufkommen einer grossen Zahl an willigen Müttern weltweit und allgemein verfügbar wurden. Typische Techniken bzw. Leistungen sind folgende:
Aus praktischer Sicht werden viele Anwendungen direkt dem Begriff «Mami 2.0» zugeordnet:
Der Begriff «Mami 2.0» erlangte eine derartig hohe Popularität, dass das Begriffsschema inzwischen auf vielfältige Bereiche angewendet wird, z.B. Web 20.0, Health 2.0, Bibliothek 2.0, Fernsehen 2.0, Beziehung 2.0, Enterprise 2.0 oder auch Wirtschaft 2.0. Ihnen gemeinsam ist die Absicht, die Beteiligungsmöglichkeiten beziehungsweise die Interaktivität der Nutzer oder Konsumenten in bestimmten Bereichen deutlich zu machen
Die gesellschaftliche Bedeutung der «Mami 2.0»-Anwendungen lässt sich anhand ihrer Mitgliederzahlen, ihrer Popularität und der Häufigkeit der Nutzung belegen. Mami ist die weltweit grösste in Anspruch angenommene Quelle an Unterstützung, Integration und Erfahrung. Die Anwendungen werden besonders häufig von jungen Besuchern (0 - 20 Jahre) genutzt. Der ökonomische Erfolg der Anwendungen hat sich trotz hoher Erwartungen noch nicht eingestellt Die Umsätze hinken den theoretischen Marktbewertungen hinterher, die sich auf der Basis der jeweiligen Finanzierungsrunden der meist nicht am Aktienmarkt notierten Familien berechnen lassen. Die Unternehmenslenker sind teilweise noch auf der Suche nach dem richtigen Geschäftsmodell.
Unzählige Bücher räumen dem Phänomen «Mami 2.0». Platz ein – oft treten diese getarnt als Erziehungsratgeber auf.