

Wir Mütter aber haben öfters das Vergnügen, Zeit hier zu verbringen. Einem Lastesel gleich schleppen wir Berge von Wäsche hierher, sortieren und suchen, stauen und stopfen und amüsieren uns dabei ganz prächtig. Alleine die Frage, weshalb unser Sohn in 3 Tagen 7 Hemden schmutzig bekommt aber keine einzige Unterhose, treibt den Adrenalinspiegel in ungeahnte Höhen. Der Zustand der Wäsche lässt einen gerne mal erschauern und dank den Geräuschen der nebenan liegenden und scheppernden Heizung sowie den eigenartigen Gerüchen, die der Wäsche entströmen, wähnt man sich rasch in einer Geisterbahn. Der Griff in die klebrig-schleimigen Hosentaschen des Jüngsten tut dann sein Übriges.
An die Gänsehaut, die meinen Körper hier überzieht, habe ich mich mittlerweile ja gewöhnt. Aber eines der grössten Mysterien überhaupt, auf das ich hier treffe, beschäftigt mich noch immer: wie kann ich 2 Socken in die Waschmaschine hineingeben und nur noch eine herausholen? Wohin geht die andere Socke? Siehst sie während des Waschgangs verzweifelt durchs Bullauge der Maschine in die Tristesse des Raumes und beschliesst, sich vom Acker zu machen? Wie findet sie den Weg hinaus aus dem theoretisch dicht geschlossenen Raum? Gibt die Mama-Socke das jahrhundertelang gehütete Geheimnis der Fluchtwege aus einer Waschmaschine an ihre Sockenkinder weiter? Wird der Mensch je in der Lage sein, diese Frage zu beantworten?
Statt über Hühner und Eier und deren Reihenfolge zu rätseln oder die Darwin-Theorie in Frage zu stellen würden man sich bestimmt viel besser mit dieser viel praktischeren und viel mehr Menschen betreffenden Frage auseinandersetzen. Und ich verspreche demjenigen, der dieses Rätsel lösen kann, dass er mich auf meinem nächsten Trip durch den Vergnügungspark in meinem Haus kostenlos und ohne Zeiteinschränkung begleiten darf!
Ihre
Anna Schreiber